Spannung im Stadion bedeutet Stress fürs Herz

Von: dapd
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Bad Berleburg. Nur noch wenige Meter bis zum Tor, ein toller Pass und die große Chance auf den Sieg: In solchen Momenten springen Fußballfans von ihren Sitzen, feuern die Lieblingsmannschaft an.

Der Puls steigt, das Herz schlägt nicht nur bei einem Tor höher: „Die Anspannung und damit auch die Belastung für das Herz-Kreislauf-System bei einem Spiel kann extrem sein”, sagt Frank Melz, Chefarzt der Kardiologie am Helios Klinikum in Bad Berleburg. So extrem, dass man das Gefühl hat, das Herz bleibt stehen.

Nicht immer ist diese Anspannung ungefährlich, sagt der Experte: „Bei einem vorbelasteten Herzen besteht das Risiko eines Herzinfarktes. Gefährdet sind vor allem männliche Fans mit bestehenden Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder Raucher und Menschen mit Bluthochdruck und erhöhtem Cholesterinspiegel.”

Stehen Kopf und Geist im Torfieber unter Stress, schüttet der Körper vermehrt Adrenalin und Noradrenalin aus: „Diese Stresshormone sind eine Belastung für das Herz-Kreislauf-System, können bei sensiblen Menschen zum Infarkt führen.” Wer zum extremen Mitfiebern neigt und beim Fußballschauen sehr unter Strom steht, sollte deshalb vorsichtiger werden: „Mit einer bestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankung ist Schimpfen und starkes Anfeuern eher nicht erlaubt”, sagt Melz. Besser sei es, möglich ruhig zuzuschauen. Wer das in der Liveatmosphäre des Stadions nicht schafft, ist zu Hause besser aufgehoben.

Entspannungsübungen in der Halbzeit helfen, die Anspannung zu verringern, empfiehlt der Experte: „Autogenes Training, Sportübungen oder die progressive Muskelentspannung nach Jacobsen führen zu einer tieferen Entspannung des gesamten Körpers. Der Stress macht uns weniger aus und wir sind gelassener.”
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