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Späte Sorgen mit Pickeln und Pusteln: Auch Erwachsene leiden an Akne

Von: Aliki Nassoufis, dpa
Letzte Aktualisierung:

Berlin/Düsseldorf. Eitrige Pusteln und Mitesser mitten im Gesicht: Hautunreinheiten wie Akne sind nicht nur ein Problem für Jugendliche.

Experten schätzen, dass auch rund 40 Prozent aller erwachsenen Männer und Frauen unter Hautunreinheiten leiden. „Viele Menschen haben alltäglich mit Stress zu kämpfen und ernähren sich ungesund - das spiegelt sich auch im Hautbild wieder”, erklärt die Kosmetikerin Gabriele Häusler aus Berlin. „Die Haut zeigt an, wenn etwas im Körper im Ungleichgewicht ist.”

Eine der am weitesten verbreiteten Probleme ist die Akne. „Sie kann verschiedene Ursachen haben”, erklärt die Dermatologin Gisela Hubbes aus Düsseldorf. So reagiere die Haut mit Pickeln und Entzündungen auf Medikamente oder Stress.

Außerdem können hormonelle Schwankungen wie schon im Jugendalter auch bei Erwachsenen Akne auslösen. „Das habe ich in letzter Zeit verstärkt beobachtet”, berichtet Hubbes. „Vor allem junge Frauen schimpfen darüber sehr, dass es damit doch eigentlich endlich vorbei sein müsste.”

Die genaue Ursache für die sogenannte Spätakne oder Akne tarda ist jedoch noch unbekannt. „Wissenschaftler vermuten, dass viele Frauen durch den Spagat zwischen Familie und Beruf einen gewissen Pegel an Stresshormonen und männlichen Hormonen aufbauen, die ihrerseits wieder die Talgproduktion anregen”, berichtet die Medizinerin Andrea Hoppe von der Techniker Krankenkasse in Hamburg.

Dadurch produzieren die Talgdrüsen der Haut zu viel Talg, während die Poren übermäßig verhornen. Die Folge: Die Hautporen verstopfen, und es entstehen Mitesser im Gesicht, auf dem Rücken, am Nacken oder auf dem Dekolleté. Nach Angaben der Krankenkasse leidet jede vierte Frau zwischen 25 und 45 Jahren unter der Spätakne.

Unabhängig von der Ursache muss man für die Behandlung der Akne Zeit mitbringen. „Viele glauben, sie können die Pickel einfach selber beseitigen und fummeln sich vor dem Spiegel im Gesicht herum”, sagt die Dermatologin Hubbes. „Das ist aber ganz schlecht, weil es die Akne meist noch verschlimmert - die flammt dann regelrecht auf.”

Schließlich können durch das Ausdrücken mit den Fingern oder Nägeln weitere Bakterien in die Haut gelangen oder bereits vorhandene in untere Hautschichten gedrängt und an andere Stelle „vertrieben” werden. Stattdessen sollten Betroffene die Akne ruhen lassen und zum Arzt gehen, rät die Dermatologin. „Meist reicht eine Creme mit antibakteriellen Zusätzen dann schon aus.”

Neben der Spätakne plagen sich Erwachsene aber auch noch mit anderen Hautunreinheiten. „Große Probleme haben beispielsweise Menschen, die sich unkontrolliert sonnen oder regelmäßig ins Solarium gehen”, weiß Häusler. „Wer den ganzen Tag im Büro sitzt und dann zu schnell in die Sonne oder ins Solarium geht, bekommt oft die sogenannte Mallorca-Akne.” Im Gesicht und dem Dekolleté bilden sich dann wie bei einer Allergie kleine, gelbe Pusteln, die extrem jucken. „Wer jetzt kratzt, läuft Gefahr, dass hässliche Narben bleiben”, warnt Häusler.

Besonders unschön sind auch die Symptome der Rosacea („Kupferfinne”). „Im Gesicht, vor allem aber im Nasenbereich bilden sich dicke Pusteln, die gerade bei Männern oft zu einer sogenannten Knollennase führen können”, erläutert die Dermatologin Hubbes. Auch hier sei die eigentliche Ursache unklar, zumal es häufig Erwachsene treffe, die als Jugendliche keine Hautprobleme hatten.

„Man hat aber beobachtet, dass die Rosacea durch Alkohol, Nikotin, Tee, Kaffee und Temperaturschwankungen noch verschlimmert wird.” Das liege vermutlich daran, dass zu den ohnehin erweiterten und entzündeten Talgdrüsen noch die erweiterten kleinen Blutgefäße hinzu kommen. Abhilfe gibt es trotz des unsicheren Wissensstandes dennoch: „Eine Behandlung mit einer antimikrobiellen Creme, die also keimvernichtende Zusätze enthält, ist meist sehr erfolgreich.”

Alkohol und Nikotin sind bei einer Furunkulose ebenfalls schlecht. Dabei bilden sich in Hautfalten wie der Leistengegend, den Achseln, hinter den Ohren oder unter der Brust Zysten, die auch noch häufig mit Eiter gefüllt sind. „Ursache ist meist eine genetische Veranlagung, die sich mit den Jahren immer mehr verwächst - Patienten über 50 gibt es nur sehr selten”, berichtet Hubbes. Bis dahin leiden die Betroffenen allerdings sehr unter der Furunkulose, müssen die Zysten doch operativ entfernt werden, damit sie sich nicht immer wieder mit Eiter füllen.

Eine weitere Hautunreinheit trifft meist Männer: „Durch starkes Schwitzen und starke Behaarung werden vor allem auf dem Rücken die Hautporen verstopft, so dass sich dort Pickel bilden”, sagt die Kosmetikerin Häusler. Davon seien Männer besonders betroffen, die wie zum Beispiel Köche in ihrem Beruf viel schwitzen. „Dagegen kann man präventiv eher wenig tun”, sagt Häusler. „Man sollte die betroffenen Stellen jedoch professionell reinigen und versorgen lassen, damit sie sich nicht weiter entzünden.”

Egal, unter welchen Hautunreinheiten Erwachsene leiden, auf ihre Ernährung sollten sie alle besonders achten. „Süßigkeiten sind nicht per se schlecht, aber eine ausgewogene und gesunde Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse und viel Flüssigkeit kann eine reine Haut fördern”, berichtet Dermatologin Hubbes. Eventuell reagiert die Haut auch auf bestimmte Lebensmittel mit Pickeln.

Ingwer soll die Haut entschlacken

Gegen unreine Haut kann nach Angaben der Kosmetikerin Gabriele Häusler aus Berlin auch eine spezielle Fastenkur helfen. „Dazu schneidet man eine etwa vier Zentimeter lange Ingwerwurzel in Scheiben und gießt sie mit 1,5 Litern kochendem Wasser über”, rät die Expertin. „Wer drei Wochen lang täglich dieses Ingwerwasser trinkt, verbessert sein Hautbild deutlich - denn Ingwer beruhigt und entschlackt enorm.”

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