Senden - Sehtest beim Optiker greift oft zu kurz

Sehtest beim Optiker greift oft zu kurz

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Senden. Vor wenigen Monaten erst eine neue Brille bekommen und trotzdem werden die Schaufenster auf der anderen Straßenseite, das Fernsehprogramm oder die Kollegen am Tisch gegenüber schon wieder unscharf.

Mit diesem Problem schlagen sich viele Brillenträger herum und gehen bei schwindendem Sehvermögen dann erneut zum Optiker, um einen Sehtest zu machen. Eine neue Brille wird es schon richten.

„Aber hinter einer Sehverschlechterung steckt oft deutlich mehr als der mangelhafte Ausgleich eines Sehfehlers”, sagt der Sendener Augenarzt Georg Eckert vom Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Ein Sehtest, wie ihn auch Optiker anbieten, sei nicht mit einer fachärztlichen Augenuntersuchung zu verwechseln, bei der nach einer eventuell bestehenden Krankheit geschaut werde, betont Eckert: „Ein Optiker kann mit einem Sehtest nur abklären, welche Brechkraft das Auge hat und ob für eine optimale Fern- oder Nahsicht eine Sehhilfe nötig ist.”

Andere wichtige Faktoren blieben bei diesem Test außen vor. Es werde beispielsweise nicht geklärt, ob die Hornhaut gesund ist, ob es eventuell Probleme mit einer Linsentrübung gibt oder ob Sehnerv und Netzhaut in Ordnung sind. Das alles könne nur der Augenarzt und nicht der Optiker beurteilen.

„Jede Sehminderung sollte deshalb zunächst beim Augenarzt abgeklärt werden”, sagt Eckert. Denn Augenärzte seien heute nicht nur in der Lage, krankhafte Veränderungen am Auge sehr frühzeitig zu erkennen, sie könnten sie in den meisten Fällen auch erfolgreich behandeln. Und das sei entscheidend, weil viele Krankheiten letztendlich das Sehvermögen bedrohten und im schlimmsten Falle auch zu einer Erblindung führen könnten.

Zu den häufigsten Erblindungsursachen in Deutschland zählen die Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), das Glaukom (Grüner Star) und die diabetische Retinopathie - also eine durch Zuckerkrankheit verursachte Schädigung der Netzhaut des Auges.

„Werden diese Erkrankungen früh genug erkannt, gibt es sehr gute Behandlungsmöglichkeiten”, sagt Eckert und rät deswegen dazu, nicht nur zum Optiker zu gehen, wenn die Welt wieder unscharf wird. Die Möglichkeiten der Früherkennung könne der Patient nur nutzen, wenn eine eventuelle Krankheit beim Augenarzt auch festgestellt werde.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert