Sehfehler bleiben bei Kleinkindern oft unerkannt

Von: dapd
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Sehfehler bleiben bei Kleinkindern oft unerkannt. Foto: dapd

Essen. Um den 36. Lebensmonat herum steht bei Kleinkindern die neu geschaffene Vorsorgeuntersuchung U7A an. Bei dieser Untersuchung, die zur rechtzeitigen Diagnose von Entwicklungsstörungen beitragen soll, macht der Kinderarzt auch einen Sehtest.

Augenarzt Professor Joachim Esser von der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) hält die Untersuchung in ihrer jetzigen Form allerdings für unzureichend: „Studien haben deutlich gezeigt, dass bei einer rein kinderärztlichen Untersuchung Fehlsichtigkeiten nicht immer erkannt werden.” So bleibe bei bis zu 30 Prozent der Kinder ein vorhandener Sehfehler unentdeckt, sagt der Leitende Arzt der Orthoptik an der Universitäts-Augenklinik Essen: „Dadurch verstreicht wertvolle Zeit für eine wirksame Therapie, die Sehschwächen noch korrigieren kann.”

Esser fordert deshalb, die Vorsorgeuntersuchungen für Kinder auf eine augenärztliche Kontrolle auszuweiten: „Nur ein Augenarzt kann Netzhaut und Sehnerv eingehend untersuchen und krankhafte Veränderungen rechtzeitig erkennen.” Das klappt selbst bei Säuglingen: Der Augenarzt durchleuchtet die Pupille und kann anhand der Lichtbrechung erkennen, ob bereits ein leichtes Schielen oder eine Fehlsichtigkeit vorhanden ist.

Aber auch Eltern sollten aufmerksam sein und ihr Kind beobachten, rät Esser. „Wenn das Baby leicht schielt oder ein Zweijähriger auffällig oft danebengreift, sollten Sie einen Augenarzt aufsuchen.” Das gelte auch, wenn es bei dem Kind zu Augenzittern oder zu einer schiefen Kopfhaltung komme. „Warnzeichen sind auch eine ungewöhnlicher Lichtempfindlichkeit, häufiges Augentränen ohne erkennbaren Grund, Augenreiben oder besonders große Augen.”
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