Düsseldorf - Schniefnase in den Tropen

Schniefnase in den Tropen

Von: Elke Gersmann, dapd
Letzte Aktualisierung:
Schniefnase
Erkältungsviren schlagen auch bei 30 Grad im Schatten zu. Foto: dpa

Düsseldorf. Der Winter ist Hauptsaison für Fernreisen in tropische Gebiete. Sie bieten jetzt Sonne und Strand statt Kälte und Schnee. Doch so mancher fühlt bald ein Kratzen im Hals und hat eine triefende Nase - Erkältungsviren schlagen auch bei 30 Grad im Schatten zu. Sie fühlen sich in warm-feuchter Umgebung sogar besonders wohl.

„Das größte Risiko für eine Infektion besteht dort, wo viele Menschen in einem Raum zusammenkommen. Und das ist während einer Reise relativ häufig der Fall”, sagt Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin. Am Flughafen, im Bus, im Hotelrestaurant oder auch im Museum können sich die Erreger in der Luft sammeln und die Ansteckungsgefahr erhöhen. Relativ sicher sei man dagegen im Flugzeug: „Die Luftfilter sind inzwischen so effektiv, dass sie auch kleinste Partikel wie Viren zurückhalten.”

Stress für den Körper

Einen echten Schutz vor einer Infektion gebe es nicht, sagt Jelinek. Reisende haben aber die Möglichkeit, durch Vorbeugung das Risiko einer Erkältung zu senken. Auch wenn ein Urlaub der Erholung dienen soll, die Reise in die Ferne bedeutet für den Körper Stress. Er muss nach der Anreise mit dem Klimawechsel und dem Jetlag fertig werden, vor Ort setzen ihm Hitze und die starke Sonneneinstrahlung zu. Das kann das Immunsystem schwächen. Man sollte sich und seinem Körper deshalb zunächst etwas Ruhe gönnen und es langsam angehen lassen.

Temperaturwechsel begünstigen Erkältung

In warmen Regionen sind Urlauber zudem regelmäßig extremen Temperaturunterschieden ausgesetzt, da Restaurants, Supermärkte, Einkaufszentren aber auch Busse häufig stark klimatisiert werden. Dieser Unterschied zwischen drinnen und draußen kann 15 Grad Celsius und mehr betragen, ein Kälteschock für den Organismus. „Die damit verbundene Auskühlung ruft zwar ebenso wenig wie Zugluft eine Erkältung hervor, kann jedoch die Abwehr schwächen und es den Viren leichter machen”, erläutert der Reisemediziner. Deshalb ist es sinnvoll, auch bei hohen Temperaturen immer eine leichte Strickjacke, einen Pulli oder ein Tuch dabei zu haben. Auch das Hotelzimmer sollte nicht zu stark heruntergekühlt, Ventilatoren nicht direkt auf das Bett gerichtet werden. Eine leichte Decke zum Schlafen ist ratsam.

Sich Ruhe gönnen und Sonne meiden

Hat es einen doch erwischt, sollte man sich vor allem Ruhe gönnen. Medikamente können die Symptome lindern. Jelinek rät zum Inhalieren, auch wenn das bei hohen Temperaturen eine gewisse Überwindung bedeutet. Im Bett müsse man nicht unbedingt bleiben: „Im Prinzip spricht nichts dagegen, an den Strand zu gehen. Allerdings sollte man sich die meiste Zeit im Schatten aufhalten.”

Wer aufs Baden nicht verzichten möchte, sollte sich hinterher gut abtrocknen und trockene Kleidung anziehen. In den meisten Fällen klingt die Erkältung nach einigen Tagen von alleine wieder ab. Bei starkem Krankheitsgefühl und hohem Fieber sollte man zum Arzt gehen, um andere Erkrankungen auszuschließen, betont der Experte.

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