Schmerzmittel vermindern die Wirkung von Impfstoffen

Von: ddp
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Bethesda. Wer sich gegen Grippe impfen lassen will, sollte möglicherweise einige Zeit davor und danach auf bestimmte Schmerzmittel verzichten, da diese die Wirksamkeit des Impfschutzes gefährden könnten.

Zu diesem Schluss kommen US-Forscher nach Untersuchungen an Mäusen. Wie die Wissenschaftler um Charles Brown von der Universität von Missouri in Columbia herausfanden, blockieren Wirkstoffe wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure ein bestimmtes Enzym, das bei der Immunabwehr eine wichtige Rolle spielt.

Ohne das Enzym werden weniger Antikörper gebildet. Der nächste Schritt sei nun, zu untersuchen, ob sich die Ergebnisse auch auf den Menschen übertragen lassen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Journal of Immunology” (Bd. 183, S. 5644).

Hauptgegenstand der Untersuchungen war eine Gruppe von Enzymen, den sogenannten Cyclooxygenasen (COX). Von diesen war zwar bereits bekannt, dass sie an der Immunabwehr beteiligt sind, jedoch nicht, welche Rolle sie genau spielen. In ihren Versuchen beobachteten die Forscher nun zunächst unter Laborbedingungen, wie von Mäusen stammende B-Lymphozyten, also spezielle weiße Blutkörperchen, die Antikörper bilden können, auf eine Infektion mit dem Bakterium Borrelia burgdorferi reagierten. Zecken können diese Bakterienart auch auf den Menschen übertragen.

Wie die Forscher erwartet hatten, reagierten die Zellen auf die Krankheitserreger, indem sie die beiden Enzyme COX-1 und COX-2 produzierten, was wiederum die Bildung bestimmter Hormone zur Folge hatte. Als die Wissenschaftler nun die beiden Enyzme blockierten, sank aber nicht nur die Hormonproduktion, sondern auch die Bildung von auf Borrelia spezialisierten Antikörpern. Im folgenden Versuch übertrugen Brown und sein Team die Erreger auf Mäuse, bei denen zwar COX-2 produziert wurde, jedoch COX-1 fehlte. Auch hier beobachteten die Forscher daraufhin eine verminderte Antikörper-Produktion.

Da auch Wirkstoffe wie Paracetamol oder Acetylsalicylsäure dieses Enzym blockieren, wäre eine Impfung während der Einnahme entsprechender Medikamente weniger effektiv, denn es würden entsprechend weniger Antikörper gebildet, erklären die Wissenschaftler. Zwar haben nicht alle Menschen die Möglichkeit, auf derartige Wirkstoffe zu verzichten, da diese unter anderem als lebenswichtige Blutverdünner bei Herzkrankheiten gegeben werden.

Allen anderen raten die Forscher jedoch, einige Zeit vor und nach der Impfung auf entsprechende Mittel zu verzichten und beispielsweise den von der Impfung schmerzenden Arm nicht ausgerechnet mit Paracetamol zu kurieren. „Wenn Sie regelmäßig Aspirin nehmen, könnten Sie eine schlechte Antikörper-Rückmeldung bekommen”, sagt Brown. Dies gelte natürlich nur für den Fall, dass sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, was die Wissenschaftler nun untersuchen wollen.
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