Schmerz aus heiterem Himmel: Bestimmte Mittel oder Operation helfen

Von: ddp
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Essen. Beim Biss ins morgendliche Frühstücksbrötchen kommt das böse Erwachen: Ein Schmerz, vergleichbar mit der versehentlichen Berührung eines elektrischen Weidezauns, durchzuckt das Gesicht. 10, manchmal 20 Mal wiederholt sich dieser Schmerzblitz, dann ist wieder Ruhe für einige Stunden oder Tage.

Trigeminusneuralgie nennen Mediziner dieses Phänomen. Der Schmerz nimmt seinen Weg hierbei entlang des Trigeminusnervs, der sich - ausgehend vom Gehirn - in drei Äste teilt, die zur Augenregion sowie zum Unter- und zum Oberkiefer führen.

„Ganz typisch ist, dass die Schmerzen durch das Kauen beim Essen getriggert werden”, erklärt Charly Gaul von der Deutschen Gesellschaft für Neurologie einen häufigen Auslöser der fast unerträglichen Schmerzattacken. Die Ursache der Erkrankung liegt in der überwiegenden Zahl der Fälle in einem Kontakt zwischen einem Blutgefäß im Kopf und dem Trigeminusnerv.

Die im Blutstrom pulsierende Bewegung des Gefäßes löst dabei im Nerv einen heftigen Schmerzreiz aus. Besonders häufig sind ältere Menschen betroffen, aber auch bei ansonsten gesunden jungen Menschen tritt die Erkrankung auf. Entzündungsherde, wie sie durch Multiple Sklerose (MS) entstehen, führen dazu, dass diese Patienten ebenfalls häufig betroffen sind.

Behandelt wird die Trigeminusneuralgie standardmäßig mit Medikamenten gegen Epilepsie. Diese setzen die Empfindlichkeit der Nervenzellen soweit herab, bis die Schmerzattacken ausbleiben. „Gewöhnliche Schmerzmittel sind hingegen völlig sinnlos”, erklärt Gaul, der das Westdeutsche Kopfschmerzzentrum an der Universität Essen leitet. Bei der medikamentösen Behandlung versuchen die behandelnden Ärzte, die Dosis so niedrig wie möglich einzustellen, um weitere Schmerzattacken zu verhindern.

Schlägt die Behandlung mit Medikamenten jedoch fehl, bleibt häufig als Alternative nur eine Operation. Dabei wird ein Teflonstreifen eingesetzt, der das pulsierende Blutgefäß vom Nervenstrang trennt. Diese Operation am Hirnstamm ist jedoch keineswegs einfach. Selten kann es zu einer Schädigung der Nerven mit Taubheitsgefühl im Gesicht kommen, erklärt Gaul.
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