Schattenbräune schont die Haut: Drei bis vier Karotten täglich

Von: Barbara Erbe, ddp
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Mainz. Die Sonne strahlt und mit ihr strahlen die Sonnenanbeter. Denn auch wenn Fachleute warnen, dass ultraviolette Strahlung die Haut schneller altern und das Hautkrebsrisiko steigen lässt - der bronzene Teint gilt nach wie vor bei vielen Menschen als erstrebenswert.

„Bräunen an sich ist zwar nie gesund”, erklärt der Mainzer Hautarzt und Sprecher des Berufsverbands der Deutschen Dermatologen, Wolfgang Klee, „aber es gibt durchaus Möglichkeiten, die Haut dabei zu schonen.”

Schattenbräune beispielsweise sei hautschonend, erklärt Klee: Im Schatten dauere es zwar länger, bis sich die erwünschte Färbung einstelle, „aber dafür hat sie dann auch länger Bestand”. Denn Wolken oder andere Schattengeber filtern aus dem Sonnenlicht die kurzwelligen, schnell bräunenden UV-B-Strahlen heraus.

´Stattdessen dringen vor allem langwellige UV-A-Strahlen durch, die tiefer in der Haut die Produktion des Pigments Melanin anregen. „Die so erlangte Bräune hält oft über Wochen und Monate”, erklärt Klee. „Bräunung durch UV-B-Strahlen ist dagegen oft schon nach wenigen Stunden kaum noch sichtbar.” Vor allem aber führe diese schneller zu Hautausschlägen, Faltenbildung, DNA-Schäden und Hautkrebs.

Der Schattenbräune könne man mit Karotten nachhelfen, sagt Klee. Sie haben einen ähnlichen Effekt wie Selbstbräuner und sind zudem auch noch gesund. „Allerdings muss man mindestens drei bis vier Karotten täglich essen, damit die Haut braun wird.” Die rohen Karotten sollten zudem in Kombination mit Fett verspeist werden, also beispielsweise einem Butterbrot oder einer fetthaltigen Salatsauce. Denn so verbessere sich die Aufnahme von Beta-Carotin - und das sorgt für die Braunfärbung.

Ähnlich wie bei Selbstbräunern währe die „Karottenbräune” nur drei bis vier Tage - es sei denn, die Zufuhr der wichtigen Beta-Carotine werde durch fleißiges Möhrenessen oder auch durch Carotin-Kapseln aus der Apotheke aufrechterhalten. „Eine Schutzwirkung hat diese Bräune jedoch nicht, da es sich um eine reine Färbung handelt”, schränkt Klee ein. Wer seine mühsam erlangte Bräune lange erhalten möchte, der sollte sie pflegen, am besten mit einer Creme oder Milch, die wasserbindende oder harnstoffhaltige Substanzen enthält, ergänzt der Dermatologe.

Wer generell wissen möchte, wie lange er ungeschützt in der Sonne verweilen darf, der sollte den eigenen Hauttyp kennen. Ärzte unterscheiden vier Kategorien: Besonders gefährdet sei Typ 1, also hellhäutige Menschen mit rötlichen bis rotblonden Haaren und blauen oder grüne Augen. Sie sollten sich ungeschützt höchstens zehn Minuten in der prallen Sonne aufhalten, sonst drohten Sonnenbrand oder Sommersprossen, sagt Klee.

Typ 2 habe ebenfalls helle Haut, aber blonde bis hellbraune Haare und blaue, graue oder braune Augen. Seine Eigenschutzzeit beträgt maximal 20 Minuten. Typ 3 - hellbraune Haut, dunkelblonde bis braune Haare und braune Augen - bekomme nur selten einen Sonnenbrand, sollte aber trotzdem nicht länger als 30 Minuten ungeschützt in der Sonne verbringen. Typ 4 schließlich verbrennt sich mit brauner Haut, dunklen Haaren und braunen Augen so gut wie nie und sei deshalb kaum sonnenempfindlich.

„Hellere, also empfindlichere Hauttypen, brauchen eine Sonnencreme mit besonders hohem Schutzfaktor - mindestens 20. Und egal zu welchem Typ jemand gehört: Wenn die Haut brennt, muss Schluss sein!”, betont Klee. Da könnten dann auch After-Sun-Lotions nicht mehr viel ausrichten: „Sie kühlen zwar und wirken schmerzlindernd. Aber den Hautschaden beheben sie nicht.”
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