Samstags zum Frauenarzt: 30 Praxen machen mit

Von: Martina Stöhr
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Aachen. Die AOK Rheinland erweitert ihren Leistungskatalog und startet drei Modellprojekte, um die Versorgung ihrer Versicherten zu verbessern.

So verändert sie ihr Angebot in der gynäkologischen Früherkennung und Vorsorge. Damit auch berufstätige Frauen die Vorsorgeuntersuchung zur Krebsfrüherkennung wahrnehmen können, bekommen sie die Möglichkeit, auch samstags zum Arzt zu gehen.

Mehr als 30 Gynäkologen nehmen laut AOK an dem Modellprojekt teil und öffnen ihre Praxen jetzt auch am Wochenende. Die Resonanz auf dieses Angebot sei erfreulich, sagt Wilfried Jakobs, Vorsitzender des Vorstands der AOK.

Neben den Vorsorgeuntersuchungen können sich jetzt auch Mädchen samstags untersuchen und beraten lassen. „Gerade junge Mädchen, die zum ersten Mal einen Gynäkologen besuchen, haben oft viele Fragen”, erklärt Dr. Thomas Bärtling, Bezirksvorsitzender des Berufsverbands der Gynäkologen in Aachen.

Der Frauenarzt müsse sich viel Zeit nehmen, um sie hinsichtlich ihrer körperlichen Entwicklung zu untersuchen und ausreichend zu beraten: dazu gehörten Gespräche über Verhütungsmittel, Informationen über Infektionskrankheiten und mögliche Vorsorgeuntersuchungen.

Erfolgen die am Samstag, bekommt der Arzt unter anderem über eine Bereitschaftspauschale mehr Geld dafür. „Wir möchten, dass die Ärzte sich mehr Zeit dafür nehmen können, und dass das Beispiel Schule macht”, sagt Jakobs.

Außerdem hat die AOK eine zusätzliche Ultraschalluntersuchung während der Schwangerschaft in ihren Leistungskatalog aufgenommen: Sie bietet eine erste Untersuchung jetzt schon in der sechsten bis achten Schwangerschaftswoche an.

Auch bei der Versorgung von Senioren in Pflegeeinrichtungen arbeitet die AOK an einem neuen Modell. Damit die Heimbewohner auch außerhalb der Sprechzeiten ausreichend versorgt sind, sollen vor allem Hausärzte, Urologen und auf Demenz spezialisierte Neurologen eng mit den Pflegeeinrichtungen zusammenarbeiten. Ein Vertragsabschluss mit den ersten zwei Pflegeeinrichtungen ist laut AOK so gut wie unter Dach und Fach. So will man kurze Krankenhausaufenthalte vermeiden, die die Folge sind, wenn kein Arzt bereit steht, um die Versorgung vor Ort zu übernehmen.

In der Palliativversorgung will die AOK dazu beitragen, das Angebot von „Home Care”, das es den Menschen ermöglicht, unter medizinischer Begleitung in Ruhe zu Hause zu sterben, finanziell zu sichern. Als Vertragspartner könnte „Home Care” künftig von der gesetzlichen Krankenkasse finanziert werden, sagt Jakobs.

Die AOK will sich auch in der Förderung sportlicher Angebote in den Schulen engagieren. Der gesundheitliche Zustand der Kinder sei heute wesentlich schlechter als früher, sagt Jakobs. Deshalb will die AOK Schulen finanziell unterstützen, die ein außergewöhnliches sportliches Angebot nachweisen können.

Mit solchen lokalen Initiativen will die AOK laut Jakobs nicht zuletzt der Aufforderung der Gesundheitsministerin Folge leisten, Freiräume in der Patientenversorgung auf lokaler Ebene zu nutzen.
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