Richtige Pflege macht Schluss mit rissigen Händen im Winter

Von: Aliki Nassoufis, dpa
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Die Haut an den Händen ist im Winter besonders empfindlich. Sie wird dann leicht trocken und manchmal auch rissig. Die richtige Pflege kann das verhindern. Foto: dpa

Berlin. Sie fühlen sich trocken an, werden rissig und rot. Und manchmal können sie sogar Ekzeme bekommen: Im Winter machen sich die Hände oft bemerkbar. Während viele Menschen im Sommer einfach nur eine Handcreme benutzen, muss man sich in den kalten Monaten meist mehr Gedanken um die richtige Pflege machen.

„Hände sind die Visitenkarte eines Menschen”, findet die Kosmetikerin Gabriele Häusler, Vorsitzende des Landesverbandes Berlin-Brandenburg vom Bundesverband Deutscher Kosmetiker/innen. „Sie werden oft auch von anderen gesehen und sagen viel aus über den Gesamtkörperzustand.” Denn wer trockene Hände hat, habe oft auch eingerissene Fingernägel oder trockene Haut im Gesicht.

Dass die Haut trocken wird, kann verschiedene Ursachen haben. „Die Haut ist aus mehreren Schichten aufgebaut und hat außen eine Hornschicht”, erklärt die Hautärztin Gertraud Kremer, Mitglied des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen in Berlin. An der Handinnenseite sei diese Hornschicht besonders dick, da sie die Hand besser schützen soll. „Wenn die Hornschicht austrocknet, zum Beispiel durch trockene Luft, wird sie rissig.” Genau das passiere im Winter vermehrt.

Außerdem gibt es unter der Haut Talgdrüsen. „Sie produzieren Talg, der über Ausführungsgänge unter anderem bis an die Hautoberfläche transportiert wird und die Haut fettet”, sagt Kremer. „Wenn die Temperaturen jedoch unter plus sieben Grad kalt fallen, wird die Produktion in den Talgdrüsen etwas heruntergefahren.” Die Folge: Es wird weniger Talg produziert - und auch weniger auf die Haut transportiert. „Auch das macht die Haut trockener und rissiger.”

Darunter leiden Männer genau wie Frauen. Allerdings gibt es einige Unterschiede zwischen den Geschlechtern, wie die Hautärztin beobachtet hat: „Männerhaut ist dicker und damit robuster. Außerdem sind die Talgdrüsen durch den höheren Testosteronspiegel aktiver, weswegen die Haut nicht so stark zur Austrocknung neigt.” Bei den Frauen produziere der Körper ab den Wechseljahren weniger Östrogen, so dass die Haut weniger elastisch werde und weniger Wasser speichern könne. Frauen ab etwa Mitte 40 seien daher besonders stark von trockener Haut betroffen.

Im Winter ist die Haut aber nicht nur durch Kälte herausgefordert, wie Gabriele Häusler betont. „Man trinkt oft weniger als im Sommer, und die Luft ist trockener - auch das setzt der Haut an den Händen zu.” Eine Handcreme kann da helfen. „Im Winter sind Cremes mit einer Wasser-in-Öl-Emulsion ideal”, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin. Das seien eher fettige Cremes, die man nicht einfach wieder mit Wasser abwaschen könne. „Das Fett in den Cremes hält auch im Alltag Wasser ab, was gerade im Winter wichtig ist.” Denn Feuchtigkeit wie durch Regen, Schnee oder Nebel leite auch an den Händen die Kälte. „So kühlen die Hände noch mehr ab, wenn sie feucht sind.” Eine fettreiche Creme könne das verhindern.

Gut seien auch Cremes mit Feuchtigkeitsfaktoren. „Dazu gehören zum Beispiel Harnstoff oder Glycerol”, erklärt Sellerberg. „Sie sorgen dafür, dass die Feuchtigkeit in der Haut bleibt.” Wer mehr für seine Hände tun will, kann ihnen eine Pflegepackung gönnen. „Man kann am Abend zum Beispiel die Hände 20 Minuten lang in ein warmes Tuch wickeln und darunter eine dicke Schicht der Handcreme einreiben”, sagt Gabriele Häusler. Wer mag, könne die Creme auch mit Lavendel-, Wildrosen- oder einem anderen Öl anrühren und auftragen.

Eine andere Möglichkeit ist laut Häusler, über-40-prozentigen Quark mit Bananenmus zu mischen, die Hände damit einzupacken und ebenfalls 20 Minuten einziehen zu lassen. „Bananen enthalten ein sanftes Fruchtsäureenzym, das die Haut schön glättet.” Das könne man etwa einmal pro Woche wiederholen. „Der Quark trocknet dabei an, so dass man ihn danach abziehen kann und fast keinen Rückstand hat.”

Ohne Handschuhe geht im Winter draußen fast nichts. „Dabei muss man ausprobieren, was den eigenen Händen gut tut”, sagt Häusler. Während die einen auf Fleecehandschuhe schwören, schwitzen andere darin. „Man sollte Materialien nehmen, die Atmung zulassen und Feuchtigkeit wie Schweiß nach außen lassen.” Besonders wichtig sind Handschuhe für all diejenigen, die draußen arbeiten oder Wintersport betreiben. „Gut isolierte Handschuhe sind dann Pflicht, weil zum Beispiel beim Skifahren die Temperatur auf den Händen durch den Fahrtwind extrem sinken kann”, sagt Sellerberg.

Gut sei auch eine Schutzcreme ganz ohne Wasser und Feuchtigkeitsfaktoren. „Eine Möglichkeit ist Vaseline, die die Haut tagsüber gut schützt.” Abends könne man dann wieder eine Creme mit Feuchtigkeitsfaktoren benutzen.

Hände werden oft durch falsche Reinigung trocken. „Herkömmliche Seifen haben meist einen anderen pH-Wert als die Haut, so dass die Haut nach dem Waschen alkalischer wird, als sie eigentlich ist. Das schädigt den hauteigenen Säureschutzmantel”, erklärt Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer. „Dadurch quillt auch die obere Hornschicht auf - und die Haut wird rau.” Vermeiden lasse sich das, indem man nach dem Waschen die Hände eincremt oder Seife verwendet, die den pH-Wert der Haut imitiert, also etwa einen pH-Wert 5 hat.
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