Regelmäßiges Impfen ist auch für Erwachsene sinnvoll

Von: Nina C. Zimmermann, dpa
Letzte Aktualisierung:

München. Es ist nur ein kleiner Pieks - und doch schludern viele Erwachsene beim Thema Impfungen. „Wir stellen immer wieder fest, dass viele die regelmäßige Auffrischung der Basisimpfungen nicht bekommen haben, wenn sie wegen Reiseimpfungen zu uns kommen”, sagt Prof. Hans Dieter Nothdurft vom Tropeninstitut der Uniklinik München.

„Am ehesten wird noch an Tetanus gedacht.” Andere wichtige Impfungen wie die gegen Kinderlähmung (Polio) würden vernachlässigt - unter anderem, weil im Gegensatz zu früher aufgrund der hohen Durchimpfungsrate in der Bevölkerung niemand mehr die Schrecken der Krankheit vor Augen habe.

Grundsätzlich sollten sich Erwachsene alle zehn Jahre gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) und Diphtherie impfen lassen. „Neuerdings sollte man mit der Auffrischung auch die Impfung gegen Keuchhusten (Pertussis) machen”, empfiehlt Nothdurft. Das gelte vor allem für diejenigen, die - beruflich wie privat - engen Kontakt zu Kindern haben. „Kleine Kinder werden im Wesentlichen von Erwachsenen angesteckt”, sagte der Infektionsmediziner. Das Erkrankungsrisiko minimiere sich, wenn ihre Bezugspersonen per Impfung geschützt sind.

Bis zum Alter von 18 Jahren empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut außerdem den Schutz vor Polio. Und die Masernimpfung kommt für jeden infrage, der nach 1970 geboren ist und sich weder daran erinnern kann, dass er je gegen Masern geimpft worden ist, noch, dass er an Masern erkrankt war. Junge Erwachsene sollten sich außerdem gegen Hepatitis B impfen lassen.

Darüber hinaus gibt es Empfehlungen für besondere Personengruppen: Nothdurft rät unter anderem allen Menschen ab 60 Jahren, sich vor Grippe (Influenza) und Lungenentzündung (Pneumokokken) zu schützen. Und auch Schwangere sollten sich gegen Grippe impfen lassen.

Trotz einer gewissen Impfmüdigkeit in der Bevölkerung hält der Mediziner eine Impfpflicht aber nicht für durchsetzbar: „Das wäre ein mit der Verfassung sicher kaum zu vereinbarender Eingriff in die persönliche Freiheit. Ich baue darauf, dass man mehr auf Aufklärung setzen muss.”

Eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa hatte unter anderem ergeben, dass 61 Prozent der Deutschen eine Impfpflicht für bestimmte Krankheiten befürworten. Außerdem ergab die Umfrage, dass nur etwa jeder dritte Deutsche sich in diesem Winter per Impfung vor Grippe schützt: 26 Prozent hatten sich Mitte Januar die vorbeugende Spritze bereits geholt, 6 Prozent wollten dies in der Zeit darauf noch nachholen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert