Rechtstipp: Anspruch auf Krankengeld bei Erkrankung im Urlaub

Von: ddp.djn
Letzte Aktualisierung:

Darmstadt. Arbeitnehmer, die im Ausland erkranken, haben grundsätzlich Anspruch auf Krankengeld von der gesetzlichen Versicherung. Das gilt aber nur, wenn die Krankenkasse rechtzeitig und ordnungsgemäß über die Erkrankung informiert wurde, wie das Hessische Landessozialgericht in Darmstadt entschied.

Im konkreten Fall hatte ein Arbeitnehmer seinen Erholungsurlaub in Spanien verbracht. Dort erkrankte er und wurde von einem Arzt für 17 Monate arbeitsunfähig krank geschrieben. Als der Arbeitnehmer nach Deutschland zurückkehrte, verlangte er von der Krankenkasse nachträglich 72.000 Euro Krankengeld. Die Versicherung lehnte die Zahlung aber ab. So habe der Arbeitnehmer die Arbeitsunfähigkeit zu spät gemeldet. Zudem sei der lange Zeitraum der Erkrankung „medizinisch nicht nachvollziehbar”.

Die daraufhin erhobene Klage des Versicherten blieb erfolglos. So habe der Arbeitnehmer seine Erkrankung nicht wie von der Krankenkasse gefordert bei einer Stelle des spanischen Gesundheitsamts gemeldet, erläuterten die Richter. Damit habe die Kasse in Deutschland nichts von der Arbeitsunfähigkeit wissen können und entsprechend auch keine Gelegenheit dazu gehabt, eine Kontrolluntersuchung anzuordnen.

Der Arbeitnehmer könne sich auch nicht darauf berufen, dass er von dem Meldeverfahren nichts gewusst habe. Denn er habe bereits vor einigen Jahren während einer Erkrankung in Spanien Krankengeld beantragt und auch erhalten. (Hessisches LSG, Urteil vom 27. November 2008, AZ: L 8 KR 169/06)

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert