Prostatakrebs: Vorsorgeuntersuchung jedes Jahr wiederholen

Von: dapd
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<b>Wockenwinkel.</b > Prostatakrebs ist nach Angaben des Deutschen Krebsforschungszentrums die dritthäufigste Todesursache bei Männern in Deutschland.

Trotzdem geht kaum einer zur Vorsorgeuntersuchung, die von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 45. Lebensjahr vollständig getragen wird.

„Nur 14 Prozent der Männer lassen sich regelmäßig auf bösartige Veränderungen untersuchen”, beklagt Wolfgang Bühmann vom Berufsverband Deutscher Urologen e.V.. „Dabei kann ein rechtzeitig erkannter Krebs in der Regel mit guten Heilungschancen therapiert werden.”

Dass Männer generell seltener zum Arzt gehen als Frauen, ist weitläufig bekannt - besonders schwer tun sie sich mit dem Besuch beim Urologen beziehungsweise Proktologen: „Männer haben eine sehr große Scheu, sich rektal untersuchen zu lassen”, weiß der Urologe aus Keitum auf Sylt. „Es ist ihnen peinlich oder unangenehm.” Oft steckt aber auch einfach Angst vor dem Untersuchungsergebnis dahinter, sagt der Mediziner.

„Männer neigen zur Vogel-Strauß-Taktik, blenden unangenehme Dinge gerne aus.” Doch Bühmann macht Mut. Die Tastuntersuchung sei für Ärzte eine absolute Routineuntersuchung: „Der Arzt tastet mit dem Finger die Prostata durch den Zugang im Enddarm ab, das dauert im Normalfall nur 15 bis 20 Sekunden.” Ein erfahrener Arzt könne nämlich sehr schnell erkennen, ob die männliche Vorsteherdrüse Unebenheiten aufweist.

Die Untersuchung, die jedes Jahr wiederholt werden sollte, sei absolut wichtig, betont Bühmann. „Männer die das einmal gemacht haben, kommen auch immer wieder, weil sie erlebt haben, dass dabei nichts Schlimmes passiert.” Ergänzend zur Kassenleistung empfiehlt der Urologe einen PSA-Test. Dabei wird das Blut auf ein „prostataspezifisches Antigen” untersucht. „Dessen Konzentration und Anstieg liefert wichtige und frühzeitige Hinweise auf Prostatakrebs im Frühstadium.”

Bei gesunden Männern ohne Verdacht auf Krebs wird diese Leistung nicht von den Krankenkassen bezahlt, sondern gilt als individuelle Gesundheitsleistung. „Ich empfehle aber jedem, diese 20 Euro Zusatzgebühr unbedingt zu investieren.”
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