Pflegekassen mit Überschuss von 500 Millionen

Von: dpa
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Berlin. Trotz Wirtschaftskrise hat die Pflegeversicherung in den ersten sieben Monaten des Jahres knapp 500 Millionen Euro Überschuss erzielt. Einnahmen von rund 12,2 Milliarden Euro standen Ausgaben von rund 11,7 Milliarden gegenüber, hieß es im Bundesgesundheitsministerium in Berlin.

Wegen der Beiträge aus dem Weihnachtsgeld erwartet das Ministerium einen Gewinn-Anstieg auf bis zu 0,9 Milliarden Euro in diesem Jahr. Zum Jahresende dürfte die Pflegeversicherung damit ein Polster von bis zu 4,7 Milliarden Euro haben.

Mit der ersten Reform der Pflegeversicherung seit ihrer Einführung 1995 stieg am 1. Juli 2008 der Beitrag um 0,25 Punkte auf 1,95 Prozent, für Kinderlose auf 2,2 Prozent. Selbst wenn dieser Anstieg herausgerechnet werde, seien die Einnahmen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,7 Prozent gestiegen.

Als Hauptgrund für die positive Entwicklung trotz Krise sieht das Ministerium die Auswirkungen der Kurzarbeit. Nicht zuletzt die höheren Leistungen durch die Reform ließen die Ausgaben den Angaben zufolge um 5,9 Prozent steigen.

Die Ausgaben für die Tages- und Nachtpflege seien um rund 50 Prozent gestiegen. Ein Grund sei die neu eingeführte Möglichkeit, neben der vollen Geld- oder Sachleistung noch 50 Prozent der Höchstbeträge der Tages- oder Nachtpflegeleistung in Anspruch nehmen zu können.

Auch die Leistungen für Demenzkranke seien verstärkt in Anspruch genommen worden. Die Reform habe die ambulante Versorgung gestärkt, sagte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin.

Schmidt zeigte sich zuversichtlich, dass künftig noch mehr Menschen zuhause betreut würden. „Wenn sich dieser Trend fortsetzt, kann das aber auch zu einer erheblichen Entlastung bei der künftigen Ausgabenentwicklung beitragen”, sagte Schmidt.

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