Ohne Schuhe durch Wald und Wiesen: Barfußwandern ist ein Erlebnis

Von: ddp
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Wanderer tragen meist dicke Stiefel an den Füßen. Zum sinnlichen Erlebnis wird die Erkundungstour in die Natur allerdings vor allem ohne Schuhe. Wer unter den Füßen den sommerlich weichen Erdboden fühlt oder das Gras einer Wiese, gewinnt beim Gehen ganz neue Eindrücke. Foto: ddp

Kassel. Wanderer tragen meist dicke Stiefel an den Füßen. Zum sinnlichen Erlebnis wird die Erkundungstour in die Natur allerdings vor allem ohne Schuhe. Wer unter den Füßen den sommerlich weichen Erdboden fühlt oder das Gras einer Wiese, gewinnt beim Gehen ganz neue Eindrücke.

Zusätzlich ist Barfußwandern sogar gesund. „Die Füße werden viel besser trainiert als beim Laufen mit Stiefeln”, sagt Andrea Metz, Bildungsreferentin bei der „Deutschen Wanderjugend”.

Seit einigen Jahren ist das Wandern auf bloßen Sohlen wieder verstärkt in Mode gekommen. Immerhin mussten schon unsere Vorfahren mitunter zwangsläufig baren Fußes laufen. Vor allem in vielen Ferienregionen sind spezielle Parks entstanden, die auf eigens präparierten Rundwegen verschiedene Untergründe wie Sand, Matsch oder Gras für ein abwechslungsreiches Barfuß-Erlebnis bieten. „Zum Ausprobieren sind solche Parks sehr gut geeignet, denn dort gibt es keine Dornenhecken”, sagt Metz.

Freilich kann man auch in der freien Natur ohne weiteres barfuß wandern. Das Laufen ohne Schuhe erzeuge nicht nur ein wohliges Kribbeln im Fuß, sondern rege auch den Blutkreislauf an, berichtet die Wanderexpertin. Dadurch werde das Immunsystem gestärkt.

Eine positive Wirkung habe Barfußwandern zudem für die Stützmuskulatur in Rücken und Beinen und nicht zuletzt für die Füße selbst. „Beim Barfußlaufen wird die Fußmuskulatur gleichmäßiger beansprucht”, erklärt Metz. So würden nicht nur die Fersen belastet wie beim Gehen mit Schuhen, sondern auch die Zehen und der Fußballen.

Freilich sollten Anfänger bei den ersten Barfuß-Ausflügen nicht gleich übertreiben. Ein etwa einstündiger Spaziergang auf weichem Waldboden, über naturbelassene Feldwege oder Wiesen sei die beste Einstiegstour, rät die Bildungsreferentin. Längere Strecken mit hartem oder steinigem Untergrund sollten lieber erst nach einer längeren Gewöhnungsphase in Angriff genommen werden. Statt großes Gepäck mitzunehmen, ist eher ein kleiner Rucksack ratsam. „Für den Notfall kann man Schuhe einpacken und ein paar Heftpflaster”, rät Metz.

Um Verletzungen zu vermeiden, sollten Anfänger die Füße beim Gehen aufmerksam anheben und auf keinen Fall schlurfen, sagt die Verbandsvertreterin. Ein leichter Muskelkater in Füßen und Waden sei nach den ersten Versuchen normal, auf lange Sicht würden Fuß- und Wadenmuskulatur aber gestärkt. Zudem beuge Barfußlaufen Verstauchungen und Bänderdehnungen vor. Wer allerdings Wunden am Fuß habe, sollte lieber Schuhe anziehen, betont Metz. Menschen mit orthopädischen Problemen an Rücken- oder Fußmuskulatur sei überdies zu empfehlen, vorher einen Arzt zu befragen.

Insbesondere für Kinder und Jugendliche ist das Barfußwandern nach Metz Erfahrung ein besonderes Erlebnis. „Die meisten sind heute gar nicht mehr gewohnt, ohne Schuhe zu laufen”, berichtet die Wanderexpertin. Hygienische Bedenken besorgter Eltern hält sie für unberechtigt. „Das feuchtwarme Klima in einem Turnschuh ist viel bedenklicher.”
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