Neues Rheumamittel erweitert Behandlungsmöglichkeiten

Von: dpa
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Der Knochenwachstum eines rheumakranken Kindes wird vermessen. Das Problem beginnt schon beim Namen: Unter den Begriff Rheuma fallen über 100 Erkrankungen mit unterschiedlichen Ursachen, zum Beispiel die verschleissbedingte Arthrose oder entzündungsbedingte Gelenkkrankheiten. Foto: ddp

Köln. Ein neuartiges Rheumamittel erweitert künftig die Behandlungsmöglichkeiten in Europa. Der Wirkstoff Tocilizumab hemmt den Botenstoff Interleukin-6 des Immunsystems und bekämpft so die schmerzhafte Gelenkentzündung namens rheumatoide Arthritis.

Bei dieser Krankheit attackiert das fehlgeleitete Immunsystem die eigenen Gelenke und andere Gewebe. Zwar lässt sich das oft mit sogenannten TNF-Alpha-Hemmstoffen erfolgreich behandeln, manche Patienten sprechen jedoch nicht auf diese Mittel an. Hier biete Tocilizumab als völlig neuer Therapieansatz eine Alternative, teilte der Hersteller Roche am Mittwoch zur Einführung in Köln mit.

Das Präparat namens Roactemra wird einmal monatlich als Infusion verabreicht. In Studien hat es sich ähnlich wirksam wie die TNF- Alpha-Hemmstoffe erwiesen. Tocilizumab ist EU-weit für Patienten zugelassen, bei denen andere Rheumamittel versagt haben.

An den verschiedenen Rheumaformen leiden in Deutschland Millionen Menschen. Die häufigste Form ist die rheumatoide Arthritis.

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