Neuer Wirkstoff zur Selbstzerstörung von Tumoren

Von: ddp
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Mainz. Pharmazeuten und Mediziner der Universität Mainz haben eine neue Wirkstoffgruppe entdeckt, die Tumorzellen dazu bringen soll, sich selbst zu zerstören.

Entwickelt hat die sogenannten Moguntinone eine Arbeitsgruppe um Professor Gerd Dannhardt vom Institut für Pharmazie. Die Forscher kombinierten dafür zwei Naturwirkstoffe, die bereits für ihre krebshemmende Wirkung bekannt waren.

„Wir hoffen, damit einen Ansatz auch für bisher schwer behandelbare Krebserkrankungen wie Tumore im Magen-Darm-Trakt und akute myeloische Leukämie zu finden”, sagte Dannhardt der Nachrichtenagentur ddp am Freitag in Mainz.

Die Moguntinone - in der Benennung angelehnt an ihren Entdeckungsort Mainz - können Krebszellen aber nicht nur auf Selbstzerstörung programmieren, erklärte Dannhardt: „Sie lassen sie auch aushungern.”

Das bedeute, dass sie Tumore daran hinderten, neue Blutgefäße zu bilden. Das hätten die Forscher in vorhergehenden Tests, unter anderem an bebrüteten Hühnereiern, zeigen können.

Ab sofort testen die Forscher aus der Pharmazie und der Mainzer Uniklinik die Wirkstoffe an Tieren und menschlichen Krebszell-Linien.

Gerade hat die Stiftung Rheinland-Pfalz für Innovation 243.000 Euro für die Forschung mit den Moguntinonen zur Verfügung gestellt. Das gebe dem Projekt einen wichtigen Schub, denn wenn erst einmal öffentliche Gelder geflossen seien, dann sei es auch leichter, andere Sponsoren zu finden, sagte Dannhardt.

Bis der Wirkstoff auf den Markt kommen kann, sind laut Dannhardt aber noch um die zehn Jahre Forschung nötig. Allein bis zu der Phase, in der die Medikamente an Freiwilligen getestet würden, werde es noch drei Jahre dauern. „Man darf immer nur an den nächsten Schritt denken”, sagte Dannhardt.
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