Neue Ursache für Krebs bei Kindern entdeckt

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Münster/Hamburg/Kiel. Ein Gruppe deutscher Forscher hat ein Gen entdeckt, das Krebs bei Kindern verursachen kann.

Defekte an der Erbanlage BRG1 hingen direkt mit der Entstehung von extrem bösartigen Tumoren zusammen, schreiben die Forscher der Universitätskliniken Hamburg, Kiel und Münster im „American Journal of Human Genetics” (online vorab). „Es ist ein großer Schritt vorwärts, der uns hilft, die Krankheit besser zu verstehen und gezielter behandeln zu können”, sagte Michael Frühwald von der Uniklinik Münster am Donnerstag.

Defekte am neu entdeckten Gen BRG1 können sogenannte Rhabdoid- Tumore verursachen. Bei dieser seltenen Krankheit wachsen im ganzen Körper Tumore, die dann rasend schnell Metastasen bilden. In Deutschland sind nach Expertenschätzungen pro Jahr 40 bis 50 Säuglinge und Kleinkinder betroffen. Mit den heute bekannten Therapien sei die Krankheit oft nicht heilbar. Bekannt ist die Erkrankung erst seit etwa 15 Jahren.

Mithilfe der neuen Erkenntnisse könnten möglicherweise Therapien entwickelt werden, die die Defekte am Gen und damit die Folgeschäden ausgleichen. Das Gen spielt offensichtlich auch bei Krebserkrankungen von Erwachsenen eine Rolle, etwa bei Lungen-, Prostata- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs.
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