Nach säurehaltigem Essen nicht sofort Zähne putzen

Von: dpa
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Bei der professionellen Zahnreinigung werden harte und weiche Beläge aus den Zahnzwischenräumen entfernt. Foto: dpa

Berlin. Säurehaltige Getränke und Lebensmittel können die Zähne nachhaltig schädigen. Zusätzlich verstärkt werde das Problem, wenn Betroffene sofort nach der Aufnahme von Säuren die Zähne putzen, sagte Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer in Berlin, in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

„Die von den Säuren gelösten Mineralien kann der Körper, wenn er genügend Zeit hat, wieder einbauen.” Putzen Betroffene dagegen direkt nach dem Essen die Zähne, sind die Mineralien weg. Deshalb empfiehlt er, mit dem Zähneputzen eine halbe bis eine Stunde zu warten.

Bei immer mehr Patienten sind laut Oesterreich die Zähne durch Säuren abgenutzt. Bundesweit seien 17 Prozent der Patienten im Alter 35 bis 44 Jahren betroffen, bei der Gruppe der 65- bis 74-Jährigen sogar bereits 30 Prozent. Verantwortlich hierfür sei paradoxerweise einerseits die gesündere Ernährung der Bevölkerung. Andererseits konsumierten die Verbraucher verstärkt säurehaltige Produkte wie Softdrinks oder Fruchtsäfte.

Grundsätzlich ist Oesterreich zufolge nichts gegen gesündere Ernährung einzuwenden. Ist sie jedoch nicht ausgewogen, kommen die Zähne vermehrt mit aggressiven Fruchtsäuren, etwa der Zitronensäure, in Berührung. „Diese tragen nach und nach den Zahnschmelz ab und legen das Zahnbein frei”, erklärt der Mediziner. Die Folge ist eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit der Zähne bei Wärme, Kälte und Säuren. Auch ästhetische Einbußen sind möglich: Das Zahnbein ist deutlich gelber als der Zahnschmelz.

Mineralien und Fluoride schützen die Zähne vor der Abnutzung. „Durch ein erhöhtes Angebot an Mineralien unterstützen Sie die Selbstheilungskräfte des Körpers”, sagt Oesterreich. Die Fluoride stärken zusätzlich die Bindung der Mineralien und machen die Zähne damit unempfindlicher gegen Säuren. Neue Produkte versprechen sogar den Zahnschmelz mit Hilfe von chemischen Substanzen zu reparieren. „Die klinische Wirksamkeit dieser Produkte ist jedoch noch nicht vollständig erforscht”, schränkt der Zahnarzt ein.

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