Muskelkrämpfe: Stechender Schmerz in der Nacht

Von: ddp
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München. Nächtliche Krämpfe können den Schlaf empfindlich stören. Vor allem plötzlich einsetzende Schmerzen in den Beinen reißen viele Menschen unsanft aus ihren Träumen.

Dahinter steckt allerdings nicht immer nur ein Mangel an Mineralstoffen. „Wenn Muskelkrämpfe längere Zeit andauern oder häufig wiederkehren, ohne dass ein offensichtlicher Grund wie zum Beispiel starke körperliche Belastung vorliegt, sollte ein Arzt um Rat gefragt werden”, rät Professor Martin Halle vom Berufsverband Deutscher Internisten.

Die häufigste Ursache für nächtliche Wadenkrämpfe nach dem Sport oder einer ausgedehnten Wandertour ist nach Halles Angaben Natrium- oder Kaliummangel. „Magnesiumtabletten helfen deshalb bei solchen Ruhekrämpfen kaum weiter”, betont der Sportmediziner aus München. Stattdessen sollte man den schmerzenden Muskel lieber dehnen und kühlen sowie ausreichend trinken. Hilfreich seien vor allem spezielle Elektrolytgetränke, wie sie für Sportler angeboten werden.

Erweisen sich die schmerzhaften Muskelkontraktionen dagegen als hartnäckig, sollte ihre Ursache laut Halle medizinisch abgeklärt werden. Manche Menschen hätten etwa von Natur aus verkürzte Muskeln und neigten deshalb häufiger zu Zerrungen und Krämpfen, erklärt der Sportmediziner. Gerade für diese Menschen sei ein gründliches Dehnungsprogramm vor dem Sport besonders wichtig.

Insbesondere bei älteren Menschen deuten anhaltende Ruhekrämpfe zudem häufig auf andere Grunderkrankungen hin, wie Halle erläutert. Beispielsweise könnten Verschlüsse der Blutgefäße, die eine ausreichende Versorgung der Muskeln mit Sauerstoff und Elektrolyten verhinderten, die Ursache sein. Infrage kämen auch Erkrankungen der Schilddrüse, Hormonstörungen oder neurologische Krankheiten wie Parkinson oder das „Restless-Legs-Syndrom”. Überdies träten Muskelkrämpfe auch als Nebenwirkung bestimmter entwässernder oder cholesterinsenkender Medikamente auf.

Steckt hinter den Krämpfen eine schwerwiegendere Erkrankung, können die zum Teil heftigen Beschwerden nach Angaben des Mediziners mit Medikamenten gelindert werden. Je nach Ursache kämen unter anderem gefäßweitende oder muskelentspannende Präparate zum Einsatz. Bei sehr starken Beschwerden könne auch die Gabe von Schmerzmitteln sinnvoll sein.
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