Karlsruhe - Müffeln muss nicht sein: Was gegen Schweißgeruch hilft

Müffeln muss nicht sein: Was gegen Schweißgeruch hilft

Von: Eva Neumann, dpa
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Müffeln muss nicht sein: Was gegen Schweißgeruch hilft
Deos killen den Geruch - aber auch weniger Kaffee und mehr Entspannung wirken starkem Schwitzen entgegen. Foto: dpa

Karlsruhe. Im Büro steht eine wichtige Besprechung an. Das Rendezvous am Abend ist alles-entscheidend. Doch die Bluse oder das Hemd zieren unter den Achseln schon wieder unschöne Schweißränder. Und dann noch der unangenehme Geruch.

Spätestens in solchen Situationen kann Schwitzen zur Belastung werden. Doch einfache Mittel können helfen, die Schweißproduktion des Körpers zu reduzieren und den Geruch zu bekämpfen. „Auf dem ganzen Körper sind mehrere Millionen sogenannte endokrine Schweißdrüsen verteilt”, erklärt Heidrun Holstein, Gesundheitsberaterin der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Karlsruhe.

Diese sondern eine Flüssigkeit ab, die vor allem aus Wasser und Salzen besteht und zunächst geruchlos ist.” Tag für Tag verdunsten so auf der Haut eines Menschen rund zwei Liter Wasser. Dadurch wird die Haut abgekühlt und die Körpertemperatur reguliert. Gleichzeitig scheidet der Körper Giftstoffe aus und stärkt so die eigenen Abwehrkräfte. Diese Körperfunktionen sind unverzichtbar.

Allerdings kann der Körper gezielt von außen beim Abkühlen unterstützt werden, so dass er keinen zusätzlichen Kühlungsschweiß produzieren muss. Das gilt bei Überhitzung, etwa bei körperlich anstrengenden Sport oder im Hochsommer. Je mehr Umluft vorhanden ist, desto leichter kann der Körper Wärme abführen. Geöffnete Fenster oder notfalls auch ein Ventilator sind deshalb wichtige Hilfsmittel.

Je mehr von dieser frischen Luft direkt an die Haut gelangt, umso besser. „Ideal ist luftige, nicht zu eng anliegende Kleidung, am besten aus natürlichen Materialien wie Baumwolle”, rät Madeleine Schunter, Dermatologin aus Laupheim bei Ulm. Darunter trocknet ein Teil des Schweißes schon auf der Körperoberfläche ab. Die übrige Feuchtigkeit wird durch die atmungsaktiven Materialien nach außen abgeleitet.

„Wechselduschen bringen den Kreislauf am Morgen in Schwung. Ein kalter Duschgang am Schluss sorgt außerdem dafür, dass sich die Poren - auch die der Schweißdrüsen - zusammenziehen”, ergänzt Holstein. Auch Saunagänge trainieren die Schweißdrüsen. Salbei und Bockshornklee gelten sogar als Schweißhemmer.

Eine ganze Reihe von Faktoren verstärkt dagegen die Schweißproduktion. Viele davon lassen sich reduzieren oder gar ausschalten. „Wer viel Kaffee, Tee oder Alkohol trinkt oder viel raucht, der schwitzt verstärkt”, erklärt Holstein. Auch scharfe Gewürze wie Chili und vor allem Übergewicht kurbeln die Schweißproduktion an. Und schließlich schwitzen Menschen mit schwachem Kreislauf mehr als trainierte Sportler.

Mit Beginn der Pubertät entwickelt sich eine zweite Drüsenvariante. „Die sogenannten apokrinen Drüsen sitzen vor allem in den Achselhöhlen, im Genitalbereich und rund um die Brustwarzen”, erläutert die Gesundheitsberaterin. Aus ihnen werden neben Wasser und Salz auch Fette, Proteine und Aminosäuren ausgeschieden, und zwar vor allem bei Aufregung, Angst oder Stress.

Das Sekret aus den apokrinen Drüsen ist der Nährboden für tausende Mikroorganismen. Sie finden in der dunklen, feuchtwarmen Achselhöhle ideale Lebensbedingungen. „Die Mikroorganismen zersetzen die Bestandteile des Schweißes”, erklärt Prof. Hanns Hatt, Zellphysiologe an der Ruhr-Universität Bochum. „Dabei entstehen kurze, verzweigte Fettsäuremoleküle.” Und die müffeln. Hinzu kommen Duftkomponenten zum Beispiel aus der Ernährung sowie individuelle Bestandteile. „Das Ergebnis ist: Jeder Achselschweißgeruch ist anders. Und: Jeder Mensch riecht unterschiedlich intensiv.”

Auch hier lässt sich das Prinzip „Reduziere die Auslöser des Schwitzens” anwenden: Wer mit Hilfe von Entspannungsmethoden oder auch Kommunikationstraining seinen Stress und seine Ängste bewältigt, der stößt weniger Angstschweiß aus. Auch Homöopathie oder Akupunktur können das Schwitzproblem abschwächen.

Bei vielen Menschen genügen ansonsten Wasser und Seife, um den Geruch zu beseitigen und vorzubeugen. Wird eine antiseptische Seife verwendet, so macht dies den Mikroorganismen das Leben besonders schwer. „Eine wichtige Maßnahme ist außerdem, die Achselhaare zu kürzen oder zu rasieren”, rät Dermatologin Schunter. Dadurch wird die Gesamtoberfläche, an der Schweiß und Bakterien sich ausbreiten können, reduziert und die Belüftung der Haut befördert.

Und schließlich sind Deodorants beliebte Geruchskiller. Sie werden sparsam auf die mild gereinigte, trockene Haut aufgetragen und funktionieren nach verschiedenen Mechanismen. „Produkte mit Aluminiumsalzen wirken auf die Schweißdrüsen selbst und verschließen ihre Ausfuhrgänge”, erklärt Hatt. Solche mit antibakteriellen Inhaltsstoffen töten die Mikroorganismen, und Deos mit Parfümstoffen neutralisieren den Geruch. Üblicherweise enthalten Deos Wirkstoff-Kombinationen.

Wenn ein einfaches Deo nicht ausreicht:
In der Apotheke sind rezeptfrei Antitranspirante zu haben. Sie enthalten einen deutlich höheren Anteil an Aluminiumsalzen als herkömmliche Deos. Wer sehr stark schwitzt, sollte ein solches Mittel wie eine Kur etwa drei Wochen lang anwenden. Dazu wird das Antitranspirant abends aufgetragen und muss gut einwirken. Pflegende Zusatzstoffe wie Salbei oder Bartflechte verringern mögliche Hautreizungen nach dem Auftragen.

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