Mix aus Bewegung und Ruhe hilft bei Ödemen in der Schwangerschaft

Von: dapd
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Bad Wildbad. In den letzten Wochen und Monaten der Schwangerschaft schwellen bei vielen Frauen die Beine an.

„Ödeme und Wasseransammlungen können sehr unangenehm sein”, sagt Ursula Jahn-Zöhrens vom Deutschen Hebammenverband e.V. Sie warnt aber davor, die Wasseransammlungen medikamentös oder mit ausschwemmenden Tees zu therapieren.

Auch wenn sie freiverkäuflich in Drogerien und Apotheken zu erwerben sind: „Ich rate dringend davon ab, entwässernde Heiltees zu trinken”, sagt die Hebamme aus Bad Wildbad im Schwarzwald. Die Heißgetränke aus Brennnesseln, Heublumen oder Mate-Extrakten treiben nämlich nicht nur das Wasser aus dem Gewebe: „Auch die Mineralstoffe werden aus den Zellen geschwemmt.” Ein Elektrolyte-Mangel sei aber gerade in der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden.

Beine nachts höher lagern

Frauen, die unter dem Druck der schweren Beine leiden, könnten durch einen gezielten Mix aus Ruhe und Bewegung Linderung erreichen. Zunächst sei es wichtig, die Beine nachts etwas höher zu lagern, empfiehlt Jahn-Zöhrens: „Legen Sie einen Keil oder ein Kissen unter den Fußteil der Matratze, so dass die Knöchel etwas höher als die Hüfte liegen.” Auch tagsüber könne eine regelmäßige Hochlagerung der Beine helfen, dass überschüssige Wasser abfließen zu lassen. „Durch gezielte Bewegungen der Beine und Füße kann der Transport über die Lymphbahnen zusätzlich angeregt werden”, sagt die Hebamme.

Ihr Tipp: „Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen gut angelehnt hin und beschreiben Sie mit dem ganzen Bein große Kreise aus dem Hüftgelenk oder beugen und strecken Sie die Füße kräftig.” Auch regelmäßiges kniehohes Treten in kaltem Wasser, zum Beispiel in der heimischen Badewanne, könne die Beschwerden senken.

Bei stärkeren Wasseransammlungen, wenn zum Beispiel die Knöchel verdicken, sei es ratsam, sich vom Gynäkologen Kompressionsstrümpfe verschreiben zu lassen. Diese engen Strümpfe, die ursprünglich zur Thromboseprophylaxe gedacht sind, brächten vielen Frauen ein angenehmes Gefühl der Erleichterung. „Es ist aber ganz wichtig, dass diese Strümpfe in der Apotheke oder im Sanitätshaus passend zur Schwangeren ausgemessen und angepasst werden”, betont die Hebamme.
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