Mit Tee, Nasendusche und Rotlicht gegen Sinusitis

Von: Barbara Erbe, dapd
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Winterzeit ist Erkältungszeit. In Bahnen und Büros wimmelt es von hustenden, schnupfenden und niesenden Mitmenschen. Dabei aber die wohlerzogenen von den rücksichtslosen Schniefern zu unterscheiden, ist gar nicht so einfach. Foto: dapd

Mönchengladbach/Freiburg/Köln. Hinter Stirn und Wangen schmerzt es, der Kopf dröhnt, die Nase bleibt dicht: Nasennebenhöhlenentzündungen gehören zu den ganz besonders lästigen Krankheiten der Atemwege.

Vor allem bei chronischen Fällen hilft alles, was die Schleimhäute entlastet: Nasendusche, Inhalationen - und viel trinken. Was im Volksmund „verstopfte Nebenhöhlen” genannt wird, bezeichnen Experten als Kieferhöhlen-, Stirnhöhlen-, Siebbein- oder Keilbeinhöhlenentzündung beziehungsweise Sinusitis, wie der Landesvorsitzende der Region Baden des deutschen Berufsverbandes der Hals-Nasen-Ohrenärzte, Michael Deeg, erläutert.

„All diese Höhlen sind mit der Haupthöhle, nämlich den Nasenlöchern, durch feine Kanäle verbunden. Wird diese Verbindung durch Schwellungen an den Schleimhäuten oder durch Sekret blockiert, wirds im wahrsten Sinne des Wortes eng”, sagt der HNO-Arzt aus Freiburg.

Beim gesunden Menschen sind die Nasennebenhöhlen gut belüftet. Das Sekret, mit dem die Schleimhäute sie zur Reinhaltung befeuchten, fließt anschließend durch den Nasen-Rachenraum ab. Holt sich der Mensch aber einen Schnupfen, kann die Sache schnell ganz anders aussehen. Vor allem diejenigen, deren Nebenhöhlenkanäle sehr schmal sind, die eine gekrümmte Nasenscheidewand, Polypen oder von Natur aus leicht entzündliche Schleimhäute haben, seien jetzt gefährdet.

Gestautes Sekret lässt Bakterien sprießen

Wenn sich Sekret in den Nebenhöhlen staut, finden Bakterien wie Streptokokken, Pneumokokken oder auch Hämophilus influenza einen idealen Nährboden zur Vermehrung. „Die meisten Erkältungen sind Viruserkrankungen. Aber durch so einen Bakterien-Stau setzt sich leicht eine zusätzliche bakterielle Entzündung drauf, die dem Patienten dann schwer zu schaffen macht”, sagt Deeg.

Kopfschmerzen oder Druckgefühl sind dann die Folge, in schweren Fällen pocht der Schmerz über der Stirn, im Wangenbereich, hinter den Augen oder sogar bis in den Hinterkopf. Die Schmerzen verstärken sich, sobald man den Oberkörper nach vorne neigt - etwa beim Bücken - oder fest mit dem Fuß auftritt, aber auch schon bei leichtem Druck auf die betroffenen Stellen. Der Schnupfen wird dann meist eitrig, bei schweren Entzündungen treten Fieber, Abgeschlagenheit und Sehstörungen auf.

Schleimhäute feuchthalten

„Jetzt ist es am dringlichsten, die Schleimhäute abzuschwellen und den Schleim zu lösen, indem das Sekret flüssig gemacht wird”, erläutert Deeg. „Dazu kann der Arzt Medikamente verschreiben, bei einer durch einen Abstrich nachgewiesenen bakteriellen Infektion auch Antibiotika, aber der Patient selbst kann ebenfalls viel zu seiner Heilung beitragen.”

So solle er zum Beispiel reichlich trinken, um den Schleim zu verflüssigen: „Empfehlenswert sind etwa drei bis vier Liter am Tag. Ideal sind Wasser, Tee und verdünnte Fruchtsäfte.” Mindestens ebenso wichtig ist viel Schlaf. Das funktioniert bei einer Nebenhöhlenentzündung leichter, wenn der Kopf erhöht gelagert wird, so dass der Schleim nach unten abfließen kann.

Bestrahlungen mit Rotlicht sind wohltuend und dämmen die Entzündung ein. Schließlich brauchen die Schleimhäute vor allem im Winter ausreichend Luftfeuchtigkeit, etwa durch regelmäßiges Lüften oder auch einen Luftbefeuchter. Zigarettenrauch dagegen reizt die Schleimhäute und sollte tabu sein.

Auch schleimlösende und abschwellend wirkende Nasentropfen oder -sprays können durchaus sinnvoll sein, wenn bestimmte Regeln beachtet werden, ergänzt Vorstandsleiter Frank Herfurth vom Verband Unabhängiger Heilpraktiker in Köln. „Diese Medikamente sollte man auf keinen Fall länger als etwa fünf Tage anwenden, weil sich die Nasenflora sonst daran gewöhnt und Schaden nimmt. Aber im Akutfall sind sie sehr hilfreich”, sagt Herfurth.

Allergiker besonders betroffen

Wer regelmäßig - drei- bis viermal jährlich oder noch öfter - unter entzündeten Nebenhöhlen leidet, hat vermutlich dauerhaft gereizte oder verdickte Schleimhäute, erläutert Deeg. „Hier können Corticosteroide helfen. Häufig sind aber auch Nasenpolypen die Ursache, die entfernt werden sollten.”

Auch Allergiker leiden besonders oft unter geschwollenen oder entzündeten Nebenhöhlen, wie die Biologin und Allergie- und Asthmaberaterin Anja Schwalfenberg vom Deutschen Allergie- und Asthmabund in Mönchengladbach weiß: „Für sie ist es natürlich am wichtigsten, sich von den Stoffen fernzuhalten, auf die sie allergisch reagieren. Wo das nicht möglich ist, helfen gegen allergischen Schnupfen Antihistaminika, cortisonhaltige Nasensprays, Nasendusche und Rotlicht.”

Ist die Nase nicht nur innen sondern auch außen gereizt, kann der entzündungshemmende Wirkstoff Dexpanthenol Linderung verschaffen, der in vielen Cremes enthalten ist und der Haut Feuchtigkeit und Elastizität gibt.
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