Mit Heublumen Rheuma und Erkältungen lindern

Von: dpa
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Würzburg. Rheumatische Schmerzen und Erkältungen lassen sich mit Heublumen lindern. Dabei handelt es sich um Süßgrasblüten, die durch mehrfaches Absieben der Blüten bei der Heuernte gewonnen werden, wie Johannes Gottfried Mayer von der Forschergruppe Klostermedizin der Universität Würzburg erklärt.

„Am besten eignet sich Bergheu mit Gras-Arten wie Fuchsschwanzgras, Gemeines Rauchgras, Gemeine Quecke, Lieschgras, Wiesen-Schwingel und Blüten von Kleearten.”

Heublumen (Graminis flos) werden in Form eines Heublumensacks als feucht-heiße Kompresse angewendet. „Durch die feuchte Hitze und die in den Blüten enthaltenen ätherischen Öl und Cumarine wird eine Förderung der Durchblutung erzielt, die sogar auf innere Organe einwirkt”, erläutert Mayer. Die ätherischen Öle und die Cumarine wirken entzündungshemmend auf die entzündeten Gelenke bei Rheuma, über die Nervenbahnen werden auch die Schmerzen gelindert.

Ein Heublumensack ist in Apotheken oder Drogerien erhältlich. „Man kann ihn auch selbst herstellen, indem man ein Leinensäckchen mit den Heublumen füllt”, sagt der Forscher. Zur Wärmebehandlung wird der gefüllte Sack in einen großen Topf gelegt und mit kochendem Wasser übergossen. „Dann 15 Minuten ziehen lassen, gut ausdrücken, auf etwa 42 Grad abkühlen und mit einem Tuch umwickeln. Den Sack mit dem Tuch auf die schmerzende Stelle legen und mindestens eine halbe Stunde einwirken lassen”, empfiehlt Mayer.

Heublumen können auch im Vollbad bei Rheuma, Frostbeulen oder Erkältungskrankheiten eingesetzt werden. Dazu werden 500 Gramm Heublumen mit drei bis vier Litern Wasser in einem großen Topf übergossen und für eine Minute zum Kochen gebracht, 30 Minuten ziehen gelassen und zum Badewasser in die Wanne gegeben. „Die Badedauer sollte maximal 15 Minuten betragen, danach ist Bettruhe empfohlen.”

Für Menschen mit Heuschnupfen sind Heublumen nicht geeignet. Auch bei offenen Verletzungen und akuten Entzündungen dürfen sie nicht angewendet werden.

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