Migranten erkranken häufiger an Tuberkulose

Von: epd
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Berlin. In Deutschland ist die Tuberkulose weiter rückläufig.

2007 erkrankten rund 5000 Menschen an der Infektion, knapp sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor, teilte das Robert-Koch-Institut am Montag in Berlin aus Anlass des Welt-Tuberkulose-Tags am 24. März mit. 139 Menschen starben 2007 in Deutschland an Tuberkulose. Bei Migranten tritt die Krankheit dem Institut zufolge fünf Mal häufiger auf als bei deutschen Staatsbürgern.

Als Grund nannten die Wissenschaftler hohe Tuberkulose-Raten in den Herkunftsländern der Migranten, vor allem in Osteuropa. In den Nachfolgestaaten der ehemaligen Sowjetunion gebe es oft keine ausreichende ärztliche Versorgung. Durch Therapie-Abbrüche hätten sich zudem Bakterien entwickelt, die gegen Antibiotika resistent seien. Diese Erreger seien in Deutschland aber selten.

Tuberkulose ist in der Regel mit Antibiotika heilbar, die sechs bis acht Monate lang konsequent eingenommen werden müssen. Die Heilungschancen beim Ausbruch der Krankheit liegen dem Institut zufolge in Deutschland bei 80 Prozent. Mit zunehmendem Alter erhöhe sich das Erkrankungsrisiko, während sich die Heilungschancen verschlechterten. Das Robert-Koch-Institut befasst sich im Auftrag der Bundesregierung mit der Überwachung von Krankheiten und Infektionsgefahren.

Tuberkulose, früher auch Schwindsucht genannt, gilt als Krankheit der Armen. Sie bricht vor allem bei Menschen aus, deren Immunsystem geschwächt ist, etwa durch Unterernährung oder HIV. Unbehandelt führt sie in jedem zweiten Fall zum Tod. Laut dem zuletzt veröffentlichten Tuberkulose-Report der Weltgesundheitsorganisation erkrankten 2006 weltweit 9,2 Millionen Menschen. 1,7 Millionen Menschen starben an Tuberkulose. Sie gilt als die behandelbare Infektionskrankheit mit den höchsten Todeszahlen.
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