Mediziner für erweiterte Brustkrebs-Früherkennung

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Jena. In die Früherkennung von Brustkrebs sollte nach Expertenmeinung die Magnetresonanz-Mammografie (MRM) stärker eingebunden werden.

Das gelte vor allem für junge Frauen zwischen 20 und 30 Jahren, für die das Röntgen der Brust ohne konkreten Krebsverdacht wegen des Strahlenrisikos nicht infrage komme, sagte der Mediziner Werner Kaiser vom Universitätsklinikum Jena am Mittwoch. Die MRM-Untersuchung liefere genauere Ergebnisse als die Röntgen-Mammografie. Auf einem Kongress in Jena befassen sich von diesem Donnerstag an rund 270 Wissenschaftler aus Europa und Übersee mit der MRM-Diagnostik.

Brustkrebs ist in Deutschland mit jährlich 57.000 Neuerkrankungen die häufigste Krebsart bei Frauen. Nach Darstellung von Kaiser, der das Universitätsinstitut für diagnostische und interventionelle Radiologie leitet, findet die MRM sogar drei Millimeter kleine Krebsherde und übersieht weniger Tumore. Bei der MRM werden mit Hilfe von Magnetfeldern zweidimensionale Bilder von der Brust erzeugt, Röntgenstrahlung fällt nicht an.

Eine MRM zur Früherkennung ist dem Mediziner zufolge vor allem bei Frauen mit familiärem Brustkrebsrisiko sowie bei Frauen mit dichtem Brustgewebe von Vorteil. Am Universitätsklinikum Jena wird sie vor Krebs-Operationen eingesetzt, um das Ausmaß der Erkrankung festzustellen. „In etwa 25 bis 30 Prozent der Fälle wechselt der Operateur danach das Operationsverfahren”, sagte Kaiser. Wenn etwa weitere Krebsherde als auf dem Röntgenbild erkennbar entdeckt würden, könne das Brustentfernung statt brusterhaltender Operation bedeuten.

Zur Verbesserung der Brustkrebs-Früherkennung gibt es seit 2005 bundesweit Röntgen-Reihenuntersuchungen für Frauen von 50 bis 69 Jahren. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für dieses Mammografie-Screening. Kassen und Ärzte zogen jüngst eine positive Bilanz der Screening-Startphase.
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