Medikamente auf Reisen vor Hitze schützen

Von: dapd
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Hamburg/Berlin. Medikamente landen im Vorbereitungsstress einer Reise schnell in Handtaschen oder Handschuhfächern. Doch viele Arzneien vertragen Hitze nicht besonders gut.

Während einer mehrstündigen Autofahrt sind die medizinischen Präparate oft starker Hitzeeinwirkung ausgesetzt, wie Ursula Sellerberg, stellvertretende Pressesprecherin bei der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände in Berlin, warnt: „Dadurch können die Medikamente ihre Wirkung verlieren.”

So könnten zum Beispiel Zäpfchen schon nach kurzer Zeit in der Verpackung schmelzen oder weich werden, sagt Sellerberg. Durch diese Verformung verändere sich die Wirkstoffverteilung im Präparat, erklärt die Expertin: „Das verformte Zäpfchen gibt seine Wirkstoffe nicht mehr gleichmäßig ab, wenn man es verabreicht.” Zäpfchen, die der Sonne oder Hitze ausgesetzt waren, gehörten deshalb in den Hausmüll. Das gleiche gelte auch für Salben, Säfte oder Cremes, die sich bei Hitze weiter verflüssigen. „Auch ein Asthma-Spray verändert seine Wirkstoffkonzentration nach längerer Hitzeeinwirkung und kann nicht mehr genau dosiert werden.”

Insulin muss immer gekühlt werden

Die Reiseapotheke sollte im Idealfall trocken und bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad mitreisen. Ursula Sellerberg rät, die Arzneien in einer Tasche zu verstauen und diese unter den Autositz oder in den Kofferraum zu packen, also an Stellen, an denen die Sonneneinstrahlung geringer ist. „Am besten gelingt der Transport natürlich in einer Kühltasche.”

Allerdings sollten die Medikamente nicht direkt vor den Kühlakkus gelagert werden, da sie sonst ein- oder anfrieren könnten, warnt die Expertin vor dem anderen Extrem: „Wickeln Sie die Arzneien deshalb vorsichtshalber in ein Handtuch oder in eine Baumwolltasche.” Gar nicht ohne Kühlung geht es bei Insulin, wie es Diabetiker benötigen: „Insulin muss immer gekühlt werden, da es sonst verdirbt.”

Wenn es auch in der Ferienwohnung oder im Wohnwagen sehr heiß sei, dürften alle Medikamente in den Kühlschrank wandern, sagt Sellerberg und rät zum unten liegenden Obstfach: „Dort sind die Temperaturen für Arzneien am schonendsten.” Campern, die im Zelt nur wenig oder gar keine Möglichkeit zum Kühlen haben, empfiehlt die Expertin, sich beim Apotheker oder Arzt über eher hitzeunempfindliche Medikamente zu informieren.
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