Masern wieder ausgebrochen - Ärzte: Mehr impfen

Von: dpa
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Eine Spritze gegen eine gefährliche Infektionskrankheit: Bei Jugendlichen ist der Impfschutz gegen Masern besonders schlecht. Foto: ddp

Köln. Um die Masern in Deutschland endlich auszurotten, haben Kinderärzte einen nationalen Impfplan verlangt.

„Der erneute Masern-Ausbruch in NRW, Bayern und Berlin hat gezeigt, dass die bisherigen Impfkonzepte nicht genügend wirken”, kritisierte der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) am Donnerstag in Köln.

Eltern sollten künftig vor Aufnahme ihrer Kinder in eine staatlich geförderte Kita einen Masern-Impfschutz nachweisen, verlangte Verbandspräsident Wolfram Hartmann. Das müsse verbindlich vorgeschrieben werden. In diesem Jahr haben sich bereits rund 220 Menschen bundesweit mit Masern angesteckt, davon sind 35 Patienten schwer erkrankt.

Eine Impfpflicht gibt es bisher nicht. Das Infektionsschutzgesetz gibt laut BVKJ dem Bund aber schon jetzt die Möglichkeit, bei sehr gefährlichen Viren eine Impfpflicht einzuführen. „Dieser Fall liegt bei Masern vor”, betonte Hartmann. Die Infektionskrankheit kann tödlich ausgehen und verursacht häufig gefährliche Nebenwirkungen, die zu lebenslangen körperlichen und geistigen Behinderungen führen.

Für eine ausreichende Durchimpfungsrate würde es laut Kinderärzten aber auch schon reichen, wenn in den Tagesstätten zwingend ein ausreichender Impfschutz für die Jungen und Mädchen nachgewiesen werden müsste. Experten empfehlen zwei Masernimpfungen im zweiten Lebensjahr, auch Erwachsene können sich noch impfen lassen. Die Zahl der Infektionen schwankt: 2007 kam es bundesweit zu „nur” 566 Fällen, das schlimmste Jahr der jüngeren Vergangenheit war 2006 mit 2308 Fällen, davon 1700 Erkrankten in Nordrhein-Westfalen.

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