Mangel an Blutgefäßen macht Bauchspeicheldrüsenkrebs so gefährlich

Von: ddp
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Washington. Forscher haben herausgefunden, warum Bauchspeicheldrüsenkrebs so schlecht behandelbar ist.

Die Tumoren enthalten nur wenige Blutgefäße, so dass nicht ausreichend Medikamente in das entartete Gewebe transportiert werden. Bauchspeicheldrüsenkrebs gehört zu den am häufigsten tödlich verlaufenden Krebserkrankungen beim Menschen, unter anderem eben auch, weil Chemotherapien selten zum Erfolg führen.

Kenneth Olive vom Cambridge Research Institute und seine Kollegen, die die Besonderheit der Tumoren entdeckten, hoffen nun auf neue Ansätze in der Behandlung des Bauchspeicheldrüsenkrebses. Sie schreiben über ihre Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Science” (Online-Vorabveröffentlichung, doi: 10.1126/science.1171362).

Ein Medikament, das in der Krebsbehandlung oft eingesetzt wird, ist das sogenannte Gemcitabin, das die Tumorzellen abtötet. Bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs erhöht es die Lebenserwartung jedoch meist nur um wenige Wochen - vermutlich, weil es wegen des Mangels an Blutgefäßen nicht in ausreichender Menge in den Tumor gelangt, wie die Wissenschaftler aus ihrer Studie schließen. Darin hatten sie Mäusen Gemcitabin zusammen mit einer weiteren Substanz verabreicht, die die Struktur der Tumoren so verändert, dass sie mehr Blutgefäße ausbilden. Die Folge: Das Tumorwachstum verzögerte sich.

Stoppen konnten die Wissenschaftler das Wachstum allerdings nicht. Die Ergebnisse zeigten jedoch, warum die üblichen Behandlungsmethoden so häufig fehlschlügen, erläutern die Forscher. Sie hoffen nun, neue Therapien entwickeln zu können, um Bauchspeicheldrüsenkrebs effektiv zu bekämpfen.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist zwar eine eher seltene Krebserkrankung, wird jedoch oft erst sehr spät erkannt. Das verringert zusammen mit dem schlechten Ansprechen auf die Chemotherapie die Überlebenschancen der Betroffenen. Aktuell ist Bauchspeicheldrüsenkrebs vor allem deswegen Thema in den Medien, weil der Hollywood-Schauspieler Patrick Swayze gegen die Krankheit kämpft.
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