Erfurt - Mandelentzündung: Die Tonsillen werden nur im Notfall entfernt

Mandelentzündung: Die Tonsillen werden nur im Notfall entfernt

Von: dapd
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Erfurt. Fieber, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden: Der Herbst ist die Zeit der Mandelentzündungen. Bei fiebrigem Verlauf werden Antibiotika zur Behandlung eingesetzt, in der Regel verläuft die Infektion der auch als Gaumenmandeln bezeichneten Tonsillen jedoch harmlos und klingt nach ein paar Tagen wieder ab.

Doch insbesondere Kinder ereilt die meist durch Bakterien hervorgerufene Erkrankung häufiger. „Wenn Mandelentzündungen mehr als drei Mal in einem Jahr auftreten und mit hohem Fieber einhergehen, sollte über eine operative Entfernung nachgedacht werden”, sagt Ellen Lundershausen, Vizepräsidentin des Berufsverbands der Hals-Nasen-Ohrenärzte.

Dann nämlich bestehe die Gefahr, dass sich die Mandeln zum Keimreservoir und damit zum ständigen Infektionsherd entwickelt haben. „Rheumatische Beschwerden aber auch Herz- und Nierenerkrankungen können die Folge sein”, sagt die HNO-Ärztin aus Erfurt.

Dennoch sollte eine operative Entfernung gut überlegt sein, denn die Mandeln sind Bestandteil der körpereigenen Immunabwehr. „Sie fangen Krankheitserreger ab und geben dem Körper die Möglichkeit, diese kennenzulernen und Abwehrkörper zu bilden.” Daher treffe es besonders häufig Kinder, deren Immunsystem noch nicht so erfahren sei, wie das von Erwachsenen.

Nach Möglichkeit werden die Mandeln daher erst nach Abschluss des sechsten Lebensjahres entfernt, wenn sie den wichtigsten Teil ihres Dienstes bereits verrichtet haben. „Der Eingriff wird unter Vollnarkose durchgeführt und die Patienten bleiben in der Regel fünf bis sechs Tage im Krankenhaus, bevor sie wieder nach Hause dürfen”, berichtet Ellen Lundershausen. Danach sei zwei Wochen lang körperliche Schonung angebracht, um Nachblutungen vorzubeugen. Dass eine Mandeloperation bei Erwachsenen schwieriger sei als bei Kindern, stimme übrigens nicht.
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