Mainzer Forscher entschlüsseln Geheimnis grauer Haare

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Mainz. Mainzer Forscher haben das Geheimnis der grauen Haare gelüftet. Gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Bradford in Großbritannien entschlüsselten sie erstmals den molekularen Mechanismus des Ausbleichens.

„Ausgangspunkt des gesamten Prozesses ist Wasserstoffperoxid, das wir auch als Bleichmittel kennen”, erklärte Professor Heinz Decker vom Institut für Biophysik der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Mittwoch. Mit zunehmendem Alter werde dieser Stoff in den Haaren vermehrt gebildet und verhindere dort die Produktion des Farbpigments Melanin. Die Ergebnisse der Forschung wurden im Fachmagazin „The FASEB Journal” veröffentlicht.

Wasserstoffperoxid entsteht beim Stoffwechsel überall im Körper in kleinen Mengen, auch im Haar. „Mit dem Alter nimmt die Menge jedoch zu, weil der Körper mit dem Abbau von Wasserstoffperoxid in die Bestandteile Wasser und Sauerstoff nicht mehr nachkommt”, erläuterte Decker. In ihrer Arbeit hätten die Wissenschaftler nun gezeigt, dass ein dafür verantwortliches Enzym namens Katalse, das normalerweise Wasserstoffperoxid neutralisiert, in den Zellen im Alter nur noch in sehr geringer Konzentration vorkommt.

Dadurch könne Wasserstoffperoxid die Funktion eines anderen Enzyms so stark behindern, dass kein Melanin mehr gebildet werde. Insgesamt komme eine Kaskade in Gang, an deren Ende der allmähliche Verlust der Pigmente im gesamten Haar - von der Haarwurzel bis zur Haarspitze - stehe. Mit ihrer Arbeit hätten die Wissenschaftler auch Ansätze für eine künftige Therapie bei Pigmentstörungen der Haut geliefert. Melanin ist nicht nur für die Färbung der Haare, sondern ebenso der Haut und Augen verantwortlich.

(Fachartikelnummer: DOI 10.1096/fj.08-125435)
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