Leidenszeit für Pollenallergiker: Jetzt blüht Ambrosia

Von: dpa
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Die Allergien auslösende Pflanze Ambrosia breitet sich in Deutschland weiter aus. Besonders betroffen sind nach Einschätzung des Berliner Julius-Kühn-Institutes bisher süddeutsche Städte und die Niederlausitz (Brandenburg). Foto: dpa

Freiburg. Viele Allergiker werden noch bis in den Herbst hinein leiden: Wenn sie wie jetzt blühen, schütten Ambrosia-Pflanzen ihre hochallergenen Pollen aus.

„Eine geringe Anzahl von Pollen reicht für eine allergische Reaktion aus”, sagt Uwe Kaminski vom Deutschen Wetterdienst in Freiburg. Die Symptome reichten von Heuschnupfen bis zu Asthma.

Die Beschwerden seien aber wesentlich intensiver als bei anderen Pollenallergien, erläuterte der Medizinmeteorologe im Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

Da die Pollen eingeatmet werden, gibt es keinen Weg, sich direkt zu schützen. Eine Hyposensibilisierung, auch Allergieimpfung genannt, ist aber möglich.

Da noch keine großen Erfahrungsberichte vorliegen, sei die Wirksamkeit allerdings nicht garantiert. In Deutschland ist die Pflanze dem Meteorologen zufolge bislang längst nicht so weit verbreitet wie in anderen Ländern.

Der Samen der Ambrosia wurde vor etwa 100 Jahren zum ersten Mal in Deutschland am Hamburger Hafen entdeckt. Vermutet wird, dass die Samen mit Schiffen aus Amerika kamen. Die Klimaerwärmung erleichtert den Pflanzen die Weiterentwicklung.

Für die Verbreitung seien Erdtransporte sowie verunreinigtes Vogelfutter verantwortlich, erklärt Kaminski. Die Pflanzen seien daher häufig in der Nähe von Vogelfutterstellen zu finden.

Das häufige Vorkommen an Autobahnrändern lasse sich dagegen auf die Erdtransporte zurückführen. Große Mengen Erde würden häufig von weit her geholt und damit auch die Samen.

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