Kreativität entsteht im Schlaf

Von: ddp
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Alpträume/ schlecht schlafen
Dauerhaft zu wenig Schlaf schadet der Gesundheit. Vor allem das Herz-Kreislauf-System, der Hormonhaushalt, die Blutzucker-Regulierung und das Reaktionsvermögen können beeinträchtigt sein. Foto: dpa

Washington. Im sogenannten REM-Schlaf entsteht kreatives Denken. Das haben amerikanische Psychologen in Tests mit Freiwilligen gezeigt, die vor dem Lösen vorher gestellter Aufgaben entweder nur ruhen oder ein ausgiebiges Schläfchen machen durften.

Fielen die Probanden dabei in einen REM-Schlaf, der sich durch ein markantes Aktivierungsmuster bei den Hirnströmen auszeichnet, so erzielten sie deutlich bessere Ergebnisse in Tests, in denen es auf die kreative Verknüpfung von Inhalten ankam. Die Wissenschaftler um Denise Cai von der Universität von Kalifornien in San Diego berichten über ihre Studie im Fachmagazin „PNAS” (doi 10.1073/pnas.0900271106).

Der REM-Schlaf („rapid eye movement” - schnelle Augenbewegung) scheint bei der Entwicklung kreativer Ideen eine besondere Bedeutung zu haben, wie Forscher schon länger vermuteten. Diese Hypothese überprüften die amerikanischen Wissenschaftler nun erstmals in Experimenten mit Freiwilligen.

Den 77 Probanden stellten sie dazu Kreativitätsaufgaben wie beispielsweise ein viertes, passendes Wort zu der Reihe „cookies”, „sixteen” und „heart” zu finden. Eine mögliche Lösung wäre das Wort „sweet”, denn es passt zu Keksen und zu den bekannten Begriffen „sweet sixteen” und „sweetheart”. In anderen Aufgaben der Studie sollten die Probanden nach Analogien suchen und Wortreihen logisch fortsetzen.

In einem Teil der Tests stellten die Forscher den Probanden zunächst die Aufgaben und ließen diese erst nach einer bis zu zweistündigen Mittagsruhe beantworten. Je nachdem, ob die Probanden dabei nur geruht hatten oder in den REM-Schlaf oder in eine andere Schlafphase gefallen waren, waren sie in diesen Tests unterschiedlich erfolgreich. Der REM-Schlaf erwies sich dabei als fördernd für die Kreativität und führte zu den besten Testergebnissen.

Diese Verbesserung war unabhängig von der simplen Gedächtnisleistung des Hirns, die sich durch den Schlaf nicht steigern ließ. Auch beobachteten die Forscher keinen Unterschied durch das Schlafen, wenn die Probanden die Aufgabenstellung beim Test am Nachmittag zum ersten Mal gesehen hatten. Offensichtlich sei gerade der REM-Schlaf wichtig, um neue Informationen mit vorhandenen Gedächtnisinhalten zu verknüpfen und neue gedankliche Netze zu knüpfen, folgern die Forscher aus diesen Ergebnissen.
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