Kosmetikallergie - Risiko nicht nur durch erbliche Veranlagung

Von: Barbara Erbe, dapd
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Berlin/Mönchengladbach. Der perfekte Lidstrich, rosige Wangen und formschön nachgezogene Lippen sind ohne Schmink- und Pflegeutensilien kaum zu haben.

Doch nicht alles, was in diesen und anderen Kosmetika steckt, ist für alle Menschen gleichermaßen verträglich, sagt Duftstoffexpertin Silvia Pleschka vom Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB).

„Im Prinzip kann jeder Kosmetik-Inhaltsstoff eine Unverträglichkeit auslösen.” Dann komme es an den Hautstellen, die damit in Berührung gekommen sind, zu Rötungen, starkem Juckreiz, Schwellungen, Bläschen oder auch nässendem Ausschlag. „Wird der Kontakt zu dem Allergieauslöser beendet, heilt die Haut aber wieder ab.” Deshalb sprechen Fachleute von Kontaktallergien. Rund 15 Prozent der Bevölkerung seien betroffen.

Zu den häufigsten Auslösern zählen die in vielen Kosmetika enthaltenen Duftstoffe sowie Konservierungsstoffe. Ob so ein Stoff bei einem Menschen eine Allergie auslöse, hänge nicht allein von dessen erblicher Veranlagung ab, sondern auch davon, in welcher Konzentration der Stoff auf die Haut komme, und vor allem auch vom Pflegezustand der Haut. „Ist sie durch häufigen Kontakt mit Wasser oder Putzmitteln oder auch durch starke Sonneneinwirkung geschädigt, reagiert sie empfindlicher als eine gut befeuchtete und befettete Haut.”

Pleschka rät Betroffenen zu einem Allergietest. Der Arzt klebt dem Patienten für ein bis zwei Tage ein Spezialpflaster mit einer Auswahl verdächtiger Substanzen auf den Rücken. Danach untersucht er die Reaktion der verschiedenen Hautpartien. „Rötungen und Quaddelbildung können auf eine Kontaktallergie hinweisen.” Stehen die Auslöser fest, werden sie in einen Allergiepass eingetragen, den Betroffene am besten immer bei sich tragen sollten, erläutert Pleschka: „Er hilft, die unverträglichen Stoffe zu meiden.”

Die Hersteller sind verpflichtet, auf den Kosmetikverpackungen alle Inhaltsstoffe aufzuzählen, so auch sämtliche Konservierungs-, Farb- und Duftstoffe. Von 26 Duftstoffen ist bekannt, dass sie Allergien auslösen können. Sie müssen einzeln genannt werden, wenn ihr Anteil eine kritische Menge überschreitet. Ansonsten fallen sie unter den Sammelbegriff „Parfüm, Duft”. „Bedenken Sie, dass auch pflanzliche Stoffe in Naturkosmetika Allergieauslöser enthalten können”, betont Pleschka, „zum Beispiel Perubalsam, Wollwachsalkohole oder auch Arnika”.

Eine Schwierigkeit sei leider, dass die Bezeichnung auf der Produktpackung nicht immer mit der im Allergiepass verwendeten Bezeichnung übereinstimme. Deshalb veröffentlicht der Deutsche Allergie- und Asthmabund in seiner Broschüre „Bewusster Leben mit Kontaktallergien” eine ausführliche Übersicht und Erläuterung der verschiedenen Bezeichnungen. Die kostenpflichtige Broschüre ist über die Homepage des Deutschen Allergie- und Asthmabundes daab.de erhältlich. Wer dort in die Suchmaschine „Kosmetika” eingibt, erhält darüber hinaus zahlreiche Informationen rund um das Thema.
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