Kopfläuse breiten sich auch im Sommer aus

Von: dpa
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Köln. Eltern müssen auch im Sommer auf Kopfläuse bei ihren Kindern gefasst sein. Die Parasiten treten grundsätzlich zu jeder Jahreszeit auf, erklärte Ulrich Fegeler, Kinderarzt und Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Köln, in einem Gespräch mit dem dpa-Themendienst.

Kinder brächten sie auch häufig aus dem Urlaub mit in den Kindergarten oder die Schule. Wirksam vorbeugen lasse sich nicht: „Überall, wo Kinder die Köpfe zusammenstecken, können sich Kopfläuse vermehren”, sagte Fegeler. Die Läuse können sich sehr schnell fortbewegen und gelangen so von einem Kopf zum nächsten.

Wenn Kinder sich vermehrt am Kopf jucken, sollten Mütter und Väter aufmerksam werden. Besonders häufig ist der Nackenhaarbereich von Läusebissen betroffen - sie sind als kleine rote Flecken erkennbar. Am besten untersuchen Eltern die Köpfe ihrer Kindern, indem sie die Haare gegen den Strich bürsten. Finden sie kleine Eier, die fest an den Haaren kleben, sei die Diagnose eindeutig.

Zur Behandlung eignen sich verschiedene Mittel. Solche mit Insektiziden wirkten besonders zuverlässig, erläuterte Fegeler. Sie werden wie ein Shampoo aufgetragen und müssen mindestens eine halbe Stunde einwirken. Da das Mittel nur die Läuse vergiftet, sollte die Anwendung nach sieben bis zehn Tagen wiederholt werden, denn innerhalb dieser Zeit schlüpfen die Larven aus den Eiern. Außerdem gibt es Mittel auf Basis von Ölen oder dem Kunststoff Dimeticon. Sie verkleben die Atmungsorgane der Läuse und ihrer Nissen, so dass die Tiere ersticken.

Theoretisch können Eltern die Parasiten auch bekämpfen, indem sie immer wieder mit einem feinzinkigen Läusekamm gründlich durch die Haare ihrer Kinder gehen. „Allerdings ist diese Methode sehr zeitaufwendig und muss akribisch durchgeführt werden”, erklärte Fegeler. Kissen oder Kuscheltiere sollten bei hoher Temperatur gewaschen werden, rät der Kinderarzt. Nicht waschbare Gegenstände können Eltern in einen Plastiksack stecken, diesen gut verschließen und für drei Wochen stehenlassen. Da die Larven sofort nach dem Schlüpfen Nahrung in Form von menschlichem Blut benötigen, verhungere das Ungeziefer dann.

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