Kongress: Rheumakranke oft zu spät behandelt

Von: dpa
Letzte Aktualisierung:

Köln. Rheuma-Kranke werden nach Ansicht von Fachärzten in Deutschland oft viel zu spät angemessen behandelt.

Das kritisierte Prof. Ekkehard Genth von der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) zu Beginn eines viertägigen Experten-Kongresses mit 2000 Teilnehmern am Mittwoch in Köln. In Deutschland gebe es zu wenig Rheumatologen, obwohl es sich bei der chronischen und schmerzhaften Erkrankung um eine Volkskrankheit handele. Rund 1,5 Millionen Menschen seien bundesweit von entzündlichem Rheuma betroffen.

„Die Leidtragenden sind rheumakranke Erwachsene ebenso wie Kinder”, betonte Tagungspräsident Prof. Gerd Horneff von der Kinderklinik St. Augustin bei Bonn. Dabei gebe es gerade für die Jugend bei Medikamenten und Therapien deutliche Fortschritte. Ziel der Behandlung sei zumindest ein Stillstand der Gelenkerkrankung und ein normales Wachstum.

Das ist dem Experten zufolge inzwischen vor allem unter Anwendung der sogenannten Biologika-Medikamentengruppe möglich, wie Dokumentationen von mehreren tausend Kinder-Krankheitsfällen zeigten. Demnach holten kleinwüchsige Kinder beim Wachstum häufig auf, die Situation auch schwer rheumakranker Kinder verbesserte sich deutlich und auf unverträglichere Medikamente konnte verzichtet werden. „Der rechtzeitige Einsatz von wirksamen Medikamenten bei den richtigen Patienten erfordert aber einen kompetenten Arzt”, sagte Horneff.

Rheuma ist eine chronisch schmerzhafte Erkrankung und Behinderung des Bewegungsapparates. Neben dem entzündlichem Rheuma werden laut DGRh auch etwa Gicht, Arthrose und Osteoporose (Kochenabbau) zu den rheumatischen Krankheiten gezählt.

Die Homepage wurde aktualisiert