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Institut warnt vor Düsseldorfer Stammzelltherapie

Von: dpa
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Düsseldorf/Langen. Gegen die umstrittene Stammzelltherapie an einer Düsseldorfer Privatklinik hat das für biomedizinische Arzneimittel zuständige Paul-Ehrlich-Institut erhebliche Bedenken angemeldet. Die Methode, bei der den Patienten Stammzellen ins Gehirn gespritzt wurden, habe schädliche Wirkungen, „die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß erheblich hinausgehen”.

Das teilte das zum Bundesgesundheitsministerium gehörende Institut aus Langen bei Frankfurt der „Wirtschaftswoche” mit. Die Stellungnahme liegt seit Donnerstag auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Das Düsseldorfer XCell-Center steht massiv in der Kritik, seitdem der Tod eines Kleinkindes bekanntwurde. Der zweieinhalbjährige Junge aus Italien war im Sommer nach der Stammzelltherapie gestorben. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf ermittelt gegen die behandelnde Ärztin wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung in zwei weiteren Fällen. Bis zur Klärung der Vorwürfe soll es am XCell- Center keine Behandlungen mehr geben, bei denen Stammzellen in das Gehirn des Patienten injiziert werden.

Bisher bewegte sich die Einrichtung damit in mehrerlei Hinsicht in einer rechtlichen Grauzone - was auch bereits den Bundestag beschäftigte. Unter anderem kam dem XCell-Center zugute, dass es keine Stammzellpräparate „in den Verkehr brachte”, wie es Gesundheitsstaatssekretär Daniel Bahr ausdrückte. Denn die Stammzellen wurden genau den Patienten gespritzt, denen sie zuvor entnommen worden waren.

Derzeit gelten Übergangsfristen für die Zulassung. Spätestens von Ende 2012 an brauchen die Hersteller der Transplantate eine EU- Zulassung. Dann könnte auch für die umstrittenen Methoden am XCell- Center endgültig Schluss sein.