Institut: Nutzen von Alzheimer-Wirkstoff unbelegt

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Köln. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat dem Wirkstoff Memantin keinen Nutzen bei Alzheimer-Demenz attestiert.

Es hatte die Daten mehrere Studien analysiert.

Es gebe keine wissenschaftlichen Belege, dass Patienten mit einer mittelschweren oder schweren Alzheimer- Demenz von Medikamenten profitieren, die den Wirkstoff Memantin enthalten, teilte das Institut am Donnerstag in Köln mit.

Cholinesterasehemmer und Ginkgo könnten hingegen zumindest kurzfristig bei leicht und mittelschwer Erkrankten einige Symptome lindern. Es gebe aber immer noch keine Therapie, die Alzheimer-Demenz entscheidend beeinflussen und damit dem schleichenden Vergessen langfristig Einhalt gebieten könne. Die Wirkung nichtmedikamentöser Ansätze wie Gedächtnistraining seien zu wenig untersucht.

In Deutschland wird Memantin unter den Handelsnamen „Axura” und „Ebixa” von den Firmen Merz beziehungsweise Lundbeck vertrieben. Merz nannte den IQWiG-Bericht weder in sich schlüssig noch angemessen. „Mit seiner rein statistischen Betrachtung hat das Institut den klinischen Nutzen sowie die Praxiserfahrung von Ärzten, Patienten und Angehörigen bewusst ignoriert und gefährdet damit die lückenlose Versorgung der Alzheimer-Patienten in Deutschland”, sagte Sprecher Martin Zügel laut einer Mitteilung.

Das IQWiG arbeitet für den Gemeinsamen Bundesausschuss der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen und für das Bundesgesundheitsministerium. Es legt fest, was die Gesetzlichen Krankenversicherungen bezahlen müssen.
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