Düsseldorf - Infrastruktur für Gesundheitskarte kommt im Schneckentempo

Infrastruktur für Gesundheitskarte kommt im Schneckentempo

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Gesundheitskarte
Eine elektronische Muster-Gesundheitskarte der IKK. Foto: dpa

Düsseldorf. Die Einführung der Infrastruktur für die neue elektronische Gesundheitskarte läuft bei den Ärzten im Schneckentempo an. Seit Mitte Februar hätten im Rheinland, dem bundesweiten Pilotbezirk, nur 130 von 15.000 Arztpraxen ein Kartenlesegerät gekauft, sagte Gilbert Mohr, Fachmann für Informationstechnologie bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Nordrhein, am Mittwoch in Düsseldorf.

Zuletzt waren aus der Ärzteschaft immer mehr Bedenken laut geworden, vor allem wegen einer späteren Online-Anbindung in den Praxen durch die Karte. Zu Wochenbeginn hatte nach der Ärztekammer auch die KV Nordrhein Mediziner aufgefordert, derzeit keine Kartenlesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte anzuschaffen.

„Wir müssen der allgemeinen Zurückhaltung Rechnung tragen”, sagte Mohr. Der Koordinator für die Einführung der Geräte bei der Ärzteorganisation meinte, vermutlich werde im Bezirk Nordrhein die geplante flächendeckende Ausstattung um bis zu vier Monate verschoben werden müssen. Laut Plan sollten Arztpraxen und Krankenhäuser dort eigentlich bis Ende Juli mit Lesegeräten versorgt sein. Am 22. April wollen in Düsseldorf Ärzteorganisationen, Datenschutzexperten, Krankenkassen und Gesundheitsfachleute über das weitere Vorgehen beraten.

Das Rheinland mit seinen acht Millionen Versicherten soll bei der bundesweiten Einführung des Hightech-Projekts im Gesundheitswesen die Startregion sein. Es gilt als eines der größten IT-Projekte weltweit. Sobald Praxen mit der erforderlichen Technik ausgestattet sind, kann die Ausgabe elektronischer Gesundheitskarten durch die Krankenkassen an die Versicherten beginnen. Später ist mit der Karte in den Praxen eine freiwillige Online-Anbindung möglich.

Mohr sagte, erfahrungsgemäß verlaufe der Start bei derlei Projekten zögerlich. Bei anderen Vorhaben, etwa der Einführung der Krankenversichertenkarte in der alte Fassung, seien die meisten Beteiligten auch erst gegen Ende dazugekommen.

Es gebe über die Einführung der Lesegeräte für die elektronische Gesundheitskarte einen Vertrag mit den Krankenkassen, welche die Anschaffungskosten erstatten. Bei einer Änderung der Einführungsfristen müssten die Verträge landes- und bundesweit neu verhandelt werden.
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