Dortmund - Im Winter grassiert die Magen-Darm-Grippe

Im Winter grassiert die Magen-Darm-Grippe

Von: ddp
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Dortmund. Magen-Darm-Infekte sind vor allem in den Wintermonaten weit verbreitet. Mancher kann kaum mehr Essen oder Trinken, ohne dass sich heftiger Durchfall oder Brechreiz einstellen.

Dahinter kann eine Infektion mit sogenannten Noroviren stecken. „Die Ansteckungsgefahr ist bei diesen Viren besonders hoch, weil eine geringe Konzentration von Erregern ausreicht, um eine Erkrankung auszulösen”, betont der Dortmunder Arzt Elmar Zehnter vom Berufsverband niedergelassener Gastroenterologen.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) sind Noroviren für bis zu 50 Prozent der durch Viren ausgelösten Magen-Darm-Infektionen verantwortlich. Besonders viele Fälle werden zwischen Oktober und März gezählt.

Zusätzlich zu Durchfall und Erbrechen leiden die Betroffenen oft unter Übelkeit, Bauchkrämpfen oder Muskelschmerzen, seltener auch unter Fieber. „Gesunde Menschen mit einem starken Immunsystem können eine solche Infektion normalerweise in zwei oder drei Tagen zu Hause auskurieren”, sagt Zehnter. Besonders bei älteren Menschen oder Kindern könne es allerdings zu gefährlichen Komplikationen kommen, wenn der starke Flüssigkeitsverlust des Körpers nicht ausgeglichen werde.

Besonders in Krankenhäusern, Altenheimen, Schulen oder Großraumbüros kann sich die Infektion laut Zehnter wie im Domino-Effekt ausbreiten. „Händeschütteln oder das Berühren einer Türklinke reicht für eine Übertragung schon aus”, sagt der Magen-Darm-Experte. Auch auf gemeinschaftlich genutzten Toiletten sei die Ansteckungsgefahr hoch. „Wenn sich jemand erbrochen hat, kann der Erreger sogar durch die dadurch erzeugten Luftpartikel übertragen werden”, betont Zehnter. Zudem lauerten die Viren auch im Essen, insbesondere in kalten Speisen und Getränken.

Als Schutz vor einer Ansteckung kommt laut Zehnter nur eine umsichtige Hygiene in Betracht. „Man sollte sich zum Beispiel häufig mit Seife die Hände waschen”, rät der Mediziner. Wenn eine Noroviren-Infektion am Arbeitsplatz oder in der Familie bekannt werde, könne man sich in der Apotheke auch ein alkoholisches Händedesinfektionsmittel oder Erfrischungstücher mit desinfizierender Wirkung besorgen. „Damit kann man in öffentlichen Toiletten notfalls auch die Klobrille abwischen”, sagt Zehnter.

Wer sich das Virus eingefangen hat, sollte nach Angaben des Gastroenterologen mindestens sieben Tage lang den Kontakt mit der Umwelt meiden. Denn auch nach Abklingen der Beschwerden könne der Erreger noch mehrere Tage lang im Stuhlgang nachgewiesen werden. Wichtig sei, viel Tee und Mineralwasser zu trinken, um den hohen Verlust an Flüssigkeit und Mineralstoffen auszugleichen. Wenn die Beschwerden länger als drei Tage dauerten, hohes Fieber oder ein massiver Gewichtsverlust zu beobachten seien, sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden.
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