Hoffnung auf mehr Spenderlungen durch neue Methode

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Karlsruhe. Bei der Lungentransplantation wird seit kurzer Zeit ein neuer Weg beschritten: Mediziner erproben die körperwarme statt der bisher üblichen eisgekühlten Konservierung des Organs vor der Verpflanzung.

Das Verfahren wurde auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Thoraxchirurgie (DGT), die am Donnerstag in Karlsruhe zu Ende ging, ausführlich diskutiert. Die Methode könnte dazu führen, mehr Lungen für die Transplantation nutzbar zu machen. Auch ließe sich deren Qualität sicherer feststellen, heißt es in einer Pressemitteilung der DGT.

Heute überleben in Deutschland 83 Prozent der Menschen mit einer Spenderlunge das erste Jahr nach der Transplantation. Anfang der 1990er Jahre waren es nur 75 Prozent. Nach wie vor sind jedoch zu wenig Spenderorgane verfügbar. Auf der Warteliste für eine Lunge stehen in Deutschland etwa 550 Patienten. Demgegenüber gibt es nur 300 Transplantationen pro Jahr. Der Vorgang gestalte sich bei der Lunge besonders schwierig, heißt es. Nur jeder fünfte Organspender sei überhaupt geeignet.

Zwar seien die Erfolge von Lungentransplantationen in den letzten Jahren gestiegen. „Doch leider ist das Fünf-Jahres-Überleben mit etwa 54 Prozent unverändert geblieben”, sagt Dirk Wagnetz, Oberarzt der Abteilung Thoraxchirurgie an der Uniklinik Freiburg. Bei vielen Patienten stoße der Körper das fremde Organ ab. „Wir arbeiten intensiv daran, diesen Abstoßungsmechanismus zu verstehen”, berichtet Wagnetz. Durch die neue körperwarme Methode könnte es zu einem Paradigmenwechsel in der Organkonservierung kommen, sagt der Mediziner.

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