Hörtests für Babys werden immer engmaschiger

Von: dpa
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Münster. Die flächendeckenden Hörtests für Neugeborene werden in Westfalen-Lippe immer engmaschiger. Mediziner arbeiten an dem zentralen Erfassen von Daten aus der Region. „Die Hörscreening- Zentrale am Universitätsklinikum Münster begleitet nach auffälligem Hörscreening Kinder und Eltern aus Westfalen-Lippe, bis die Hörfähigkeit des Kindes abschließend geklärt ist”, sagte Fachärztin Prof. Antoinette am Zehnhoff-Dinnesen am Montagabend in Münster.

Dies werde wenn nötig so lange nachverfolgt, bis die Behandlung und Förderung eines schwerhörigen Kindes eingesetzt habe, sagte die Medizinerin. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert mit 380 000 Euro die Entwicklung von Geräten und Software zur Datenübertragung zwischen Geburtskliniken und Hörscreening-Zentrale, dies soll mittels Funktechnik geschehen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) überreichte am Montag in Münster das Fördergeld.

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, alle Neugeborenen auf Hörschädigungen zu untersuchen. Spätfolgen - etwa bei der Sprachentwicklung - sollen so verhindert werden. Die Daten aus fast 70 Geburtskliniken und rund 20 Nachsorgestellen in Westfalen-Lippe laufen in der Hörscreening-Zentrale am Uniklinikum zusammen.

Westfalen-Lippe zählt jährlich rund 70 000 Geburten und ist damit eine der geburtenstärksten Regionen Deutschlands. Seit diesem Jahr besteht für alle Neugeborenen in Deutschland ein Rechtsanspruch auf Früherkennungsuntersuchung in den ersten drei Tagen. In Deutschland kommen von 1000 Kindern zwei bis drei mit behandlungsbedürftiger Hörstörung zur Welt. Je länger der Hörverlust unentdeckt bleibt, desto schwieriger ist es, den Rückstand aufzuholen, hieß es.

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