Hodenschwellungen immer vom Arzt abklären lassen

Von: dapd
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Hamburg. Schwellungen und Verhärtungen im Hodenbereich sind ein Warnsignal, das Männer ernst nehmen sollten - vor allem, wenn sie mit plötzlich auftretenden Schmerzen einhergehen.

„Die häufigste und gefährlichste Ursache für eine Hodenschwellung ist die Hodentorsion. Dabei dreht sich der Hoden aus bislang unbekannten Gründen um die eigene Achse und schnürt sich dadurch selbst die Blutversorgung ab”, erklärt der Hamburger Urologe Professor Christian Wülfing.

Charakteristisch sind plötzlich einsetzende heftige Schmerzen. Werde nicht innerhalb von vier bis sechs Stunden operiert und der Hoden wieder in die richtige Lage gebracht, bestehe die Gefahr, dass er absterbe und entfernt werden müsse.

„Typischerweise tritt eine Hodentorsion im Kinder- und Jugendalter auf, danach sinkt das Risiko immer mehr”, erläutert der Chefarzt der Urologie an der Asklepios Klinik Altona. Leider würden immer noch viel zu viele Hodentorsionen zu spät entdeckt. „Daher sollten Männer beziehungsweise Eltern mit ihren Söhnen bei schmerzhaften Veränderungen im Hodenbereich immer sofort zum Arzt gehen.”

Bei älteren Patienten könne auch eine Nebenhodenentzündung die Ursache für geschwollene Hoden sein. „In diesem Fall treten die Schmerzen nicht plötzlich auf, sondern entwickeln sich langsam, meist über mehrere Tage”, sagt Wülfing. Damit einher gingen bisweilen Symptome ähnlich einer Blasenentzündung - also häufiger Harndrang, ein Brennen beim Wasserlassen und Schmerzen im Unterbauch. „Behandelt wird die Entzündung mit Antibiotika. Unterstützend sollte der Patient Bettruhe halten und die Schwellung gelegentlich kühlen, dann ist meist schon nach ein bis zwei Tagen alles überstanden.”

Deutlich seltener träten schmerzlose Hodenschwellungen auf. „Diese können ein Hinweis auf Krampfadern im Hodenbereich sein oder auf einen Leistenbruch, der in den Hodensack hineinzieht.” Auch ein Hodentumor könne hinter den Veränderungen stecken, allerdings habe dieser mit über 90 Prozent sehr gute Heilungschancen.

„Prinzipiell sollte man bei Schwellungen oder Verhärtungen im Hoden immer zum Urologen gehen. Dieser kann mittels Ultraschall und anderen harmlosen Untersuchungen schnell die Ursache finden und eine entsprechende Behandlung einleiten”, betont Wülfing.
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