Andernach - Hinter einem extremen Lampenfieber steckt oft eine Angststörung

Hinter einem extremen Lampenfieber steckt oft eine Angststörung

Von: dapd
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Andernach. Feuchte Hände und Kribbeln im Bauch vor einem öffentlichen Auftritt kennen viele.

Wenn sich die Aufregung jedoch schon Tage vorher ankündigt, der Schlaf schlechter wird und die Nerven blank liegen, kann eine Angststörung dahinterstecken, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP).

Im Normalfall ist das sogenannte Lampenfieber eine sinnvolle Sache: „Die Anspannung aktiviert das Nervensystem, man wird wach und hochkonzentriert”, erklärt die Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie aus Andernach. Schauspieler und Bühnenprofis schwören deshalb auf das Kribbeln im Magen, weil es ihnen die gewünschten Höchstleistungen erst möglich macht.

„Wenn die Anspannung allerdings immer weiter wächst, kann diese positive Wirkung ins Gegenteil kippen”, sagt Roth-Sackenheim. Aus Konzentration wird Flatterigkeit und schließlich der gefürchtete „Black-Out”. „Der Stress ist dann über das gesunde Maß hinausgewachsen, die Nerven liegen blank.”

Das Ausmaß der Anspannung zeigt sich oft schon Tage vorher: „Man schläft schlechter, denkt häufig an den bevorstehenden Auftritt und würde sich am liebsten verstecken”, sagt die Ärztin. Vor dem Auftritt komme es dann auch zu Durchfall, starken hektischen Flecken, Herzrasen, starkem Schwitzen und Ohnmachtsgefühlen. „Wer unter einer so extremen Form des Lampenfiebers leidet, sollte sich Hilfe bei einem Psychologen suchen”, rät Roth-Sackenheim.

Ursache der Aufregung seien häufig Angststörungen oder soziale Phobien. „Davon sind viele Menschen betroffen”, sagt die Expertin und macht Mut: „Diese Formen psychischer Erkrankungen lassen sich heute sehr gut therapeutisch behandeln.”
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