Herzinfarkte in der Familie: Risikofaktoren beeinflussen

Von: dpa
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Frankfurt/Main. Mehrere Forscherteams haben genetische Risikofaktoren für den plötzlichen Herztod identifiziert. Diese Erkenntnisse könnten helfen, bei Patienten mit entsprechender Veranlagung frühzeitig mit Therapien zu beginnen, teilte das Helmholtz-Zentrum München mit.

Das internationale Wissenschaftskonsortium unter Federführung von Arne Pfeufer vom Institut für Humangenetik am Helmholtz-Zentrum hat demnach im menschlichen Erbgut zehn Genvarianten entdeckt, die auf ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen und für plötzlichen Herztod hinweisen. Diese Genvarianten beeinflussen die elektrische Aktivität des Hermuskels.

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die Elektrokardiogramme (EKG) von mehr als 15 000 Patienten aus Deutschland, Italien und den USA ausgewertet. „Solche Erkenntnisse gelingen heutzutage nur im Rahmen internationaler Zusammenarbeit”, betonten die Essener Professoren Raimund Erbel und Karl-Heinz Jöckel laut einer Mitteilung des Universitätsklinikums Essen vom Montag. Die Universitäten Essen und Bonn lieferten im Rahmen der Heinz Nixdorf Recall-Studie eine Stichprobe von 4814 Patienten aus dem Ruhrgebiet für das groß angelegte Forschungsprojekt.

Nach Angaben des Helmholtz-Zentrums wurde bei der Untersuchung das Hauptaugenmerk nicht auf einzelne Gene gelegt, sondern auf das gesamte Erbgut. Demnach erhöht sich das Risiko, an Herzrhythmusstörungen zu erkranken oder am plötzlichen Herztod zu sterben durch die individuelle Konstellation im Erbgut im Zusammenspiel mit anderen Risikofaktoren wie Medikamente oder Sauerstoffunterversorgung (Ischämie).

„Im Gegensatz zum Studium einzelner Gene bietet der genomweite Ansatz völlig neue Anhaltspunkte für die Erforschung so verbreiteter Krankheitsbilder wie dem plötzlichen Herztod”, sagte Prof. Thomas Meitinger, Institutsdirektor des Helmholtz-Zentrums. Nun sollen weitere Untersuchungen stattfinden, um die Erkenntnisse über den Zusammenhang von genetischen Risikofaktoren und plötzlichem Herztod zu vertiefen.

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