Herzerkrankungen weltweit häufigste Todesursache bei Frauen

Von: epd
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Genf. Herzerkrankungen sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die häufigste Todesursache von Frauen. Jedes Jahr sterben weltweit rund 3,4 Millionen Frauen an Herzproblemen.

Dies geht aus einer am Montag in Genf veröffentlichten Studie zu Frauen und Gesundheit hervor. Das entspricht über zwölf Prozent aller Todesfälle bei Frauen.

WHO-Generaldirektorin Margaret Chan kritisierte die Benachteiligung von Frauen im Gesundheitswesen vieler Länder. Vor allem in armen Regionen hätten Frauen und Mädchen viel weniger Möglichkeiten, angemessen behandelt zu werden, als Männer. Schlaganfälle sind laut der Studie die zweithäufigste Todesursache bei Frauen, daran sterben elf Prozent. Auf Atemwegserkrankungen gehen rund sieben Prozent der Todesfälle zurück.

Auch Durchfall, Aids, Diabetes und Komplikationen während Schwangerschaft und Geburt sind häufige Todesursachen von Frauen. Während Frauen deutlich weniger Drogen nehmen als Männer, sind sie nach WHO-Angaben anfälliger für psychische Krankheiten. Etwa 73 Millionen Frauen leiden an schweren Depressionen.

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Frauen liegt der Studie zufolge in den Industriestaaten bei über 80 Jahren. In armen Regionen der Erde wie in Afrika südlich der Sahara werden Frauen durchschnittlich nur 50 Jahre alt. Große Unterschiede zwischen Arm und Reich zeigen sich auch bei der Geburtenzahl. Während eine Frau in Afrika durchschnittlich 4,6 Kinder bekommt, bringt eine Nordamerikanerin zwei Kinder zur Welt. In Europa hat eine Frau im Durchschnitt 1,5 Kinder.

Weltweit ging die Geburtenrate nach WHO-Angaben in den vergangenen 40 Jahren deutlich zurück. Im Zeitraum 1970 bis 1975 gebar eine Frau im Durchschnitt 4,3 Kinder. Heute sind es 2,6. Dass die Bevölkerungszahl dennoch steigt, liegt am Fortschritt der Medizin, wie die Autoren der Studie betonen. Dennoch stirbt jedes Jahr rund eine halbe Millionen Frauen während einer Schwangerschaft oder Niederkunft, 99 Prozent davon in Entwicklungsländern.

In den armen Staaten Afrikas, Asiens und Lateinamerikas sterben Frauen am häufigsten an Atemwegserkrankungen (rund elf Prozent), Herzproblemen (rund neun Prozent) und Durchfallerkrankungen (sieben Prozent). In den Industriestaaten hingegen sind Herzerkrankungen mit knapp 16 Prozent die häufigste Todesursache. Alzheimer und andere Demenzerkrankungen führen in den Industrienationen bei rund fünf Prozent aller Frauen zum Tod.
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