Heilsames Thermalwasser: Bäder sind wirkungsvoller als Cremes

Von: Mascha Schacht, ddp
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Baden ist für viele Menschen Entspannung pur. Thermalbäder versprechen nicht nur das, sondern noch viel mehr: Das eingesetzte Thermalwasser soll gereizte Haut beruhigen, bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis helfen, den Kreislauf anregen und rheumatische Schmerzen lindern. Foto: ddp

Berlin. Baden ist für viele Menschen Entspannung pur. Mit geschlossenen Augen im Wasser liegen, die wohlige Wärme spüren, tief durchatmen und innerlich wie äußerlich einfach mal loslassen. Vor allem Frauen lieben es, wenn als zusätzliche Belohnung eine wunderbar rosige, samtige Haut winkt.

Thermalbäder versprechen nicht nur das, sondern noch viel mehr: Das eingesetzte Thermalwasser soll gereizte Haut beruhigen, bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis helfen, den Kreislauf anregen und rheumatische Schmerzen lindern.

Aber Achtung: „Thermalwasser ist nicht gleich Thermalwasser”, erklärt Lorenz Eichinger vom Deutschen Heilbäderverband in Berlin. „Thermalwasser ist laut Definition einfach nur Wasser, das mit einer Temperatur von mehr als 20 Grad Celsius aus dem Boden zutage tritt und beispielsweise für Bäder auf angenehme 34 bis 38 Grad erhitzt wird. Damit ist noch nichts über die Inhaltsstoffe gesagt.”

Doch genau von diesen hänge es ab, welche Wirkung das Wasser auf den menschlichen Körper habe, erläutert der promovierte Physiker und Mineralstoff-Experte aus dem oberbayerischen Schweitenkirchen. „Beispielsweise wirkt schwefelhaltiges Wasser unter anderem antibakteriell und beruhigt die Haut. Deshalb kann es bei Hautkrankheiten wie Schuppenflechte oder Neurodermitis Linderung verschaffen.

Einen ähnlichen Effekt erzielen Solebäder, also Bäder in besonders salzhaltigem Wasser. Sie können auch die Symptome bei rheumatischen Erkrankungen und Gelenkbeschwerden abschwächen.” Doch nicht nur Rheuma-Geplagte genießen es, einfach im warmen Wasser zu liegen und zu spüren, wie sich Muskeln und Gelenke entspannen. Wasser mit erhöhtem Kohlendioxidgehalt wiederum rege laut Eichinger die arterielle Durchblutung an und verbessere die Sauerstoffversorgung - der Effekt ist eine rosig-gesund wirkende Haut.

Voll zum Tragen kommt die wohltuende Wirkung Eichingers Erfahrung nach allerdings nur in sogenannten Wannenbädern, die in Thermalbädern speziell für den Badenden eingelassen werden: In größeren Becken müssen aus hygienischen Gründen immer Desinfektionsmittel zugesetzt werden. Diese können aber die positiven Effekte des Wassers dämpfen. „Um herauszufinden, welches Bad zu einem passt, sollte man sich am besten direkt an die Thermalbäder wenden, wo man auch Auskunft über die genaue Mineralstoffzusammensetzung des Wassers bekommt”, rät der Wasser-Experte.

Diese Informationen wiederum lassen sich den Beipackzetteln von Hautcremes meist nicht entnehmen, die mit Thermalwasser als Inhaltsstoff werben. „Häufig ist der Anteil in solchen Produkten so niedrig, dass eine echte Wirkung bezweifelt werden darf. Zudem fehlt natürlich der Wärmeeffekt”, meint Eichinger. Dann doch lieber regelmäßig in die Wanne steigen und neben schöner Haut auch noch einen entspannten Geist mitnehmen.
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