Haarausfall bei Frauen ist meist stressbedingt

Von: ddp
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Besonders Frauen haben Angst vor dem Haarausfall. Foto: dpa

<b>Kassel. </B>Keine Frage, Haarausfall ist auch unter Männern nicht sonderlich beliebt. Für Frauen ist der psychische Leidensdruck jedoch wesentlich höher, wenn sich das Haupthaar lichtet.

Während Haarausfall bei Männern meist genetisch bedingt ist, wird er bei Frauen häufig auch durch Stress ausgelöst. „Hormonpräparate können helfen, werden aber von vielen Ärzten und Verbrauchern kritisch betrachtet”, erklärt Thomas Meyer, Vorsitzender des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen in Hessen.

„Jeder Mensch verliert am Tag 70 bis 100 Haare. Deshalb sollte man zunächst klären, ob überhaupt echter Haarausfall vorliegt”, stellt Meyer klar. „Dazu kann man eine Haaranalyse machen lassen, Trichogramm oder Trichoscan genannt.” Über Blutuntersuchungen sollte zudem ausgeschlossen werden, dass dem Haarausfall eine ernsthafte Erkrankung zugrunde liegt.

„Wenn er nicht krankheitsbedingt ist, tritt Haarausfall bei Frauen meist in der Menopause oder durch dauerhaft hohen Stress auf”, erzählt der Hautarzt. Kennzeichnend für die Wechseljahre ist die geringere Ausschüttung von Östrogenen, weiblichen Geschlechtshormonen.

Um dadurch bedingtem Haarausfall entgegenzuwirken, wurden lange Zeit Hormonpräparate eingesetzt. „Heute greift man jedoch in beiden Fällen eher auf hormonfreie Mittel zurück, beispielsweise auf Präparate mit dem Wirkstoff Minoxidil”, erläutert Meyer.

Andere Hormone, und zwar Stresshormone, sind auch für den sogenannten kreisrunden Haarausfall verantwortlich. „Hierbei sterben die Haarwurzeln aufgrund einer großen psychischen Belastung vorübergehend ab”, erklärt der Experte. „Diesen Autoimmunprozess kann man jedoch in der Regel stoppen.”

Das Zeitfenster dafür beträgt immerhin zwei Jahre. Vitaminspritzen in die Kopfhaut können beispielsweise dabei helfen, die Wurzeln wiederzubeleben. „Zusätzlich sollten Biotin- und Zinkpräparate eingenommen werden.” Ein Wermutstropfen: Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Behandlungen bei Haarausfall in der Regel nicht, die Betroffen müssen die Kosten aus eigener Tasche zahlen.
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