Grüner Star kann bei rechtzeitiger Diagnose gut therapiert werden

Von: dapd
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Aachen. Der sogenannte graue Star ist weltweit die zweithäufigste Ursache für das Erblinden.

Dabei kann die Erkrankung, in der Fachsprache Glaukom genannt, gut behandelt werden, wenn man sie rechtzeitig erkennt. Doch sie verläuft lange Zeit völlig ohne Symptome. Wenn die Betroffenen etwas bemerken, ist es für eine erfolgreiche Therapie häufig zu spät.

„Beim Glaukom sterben nach und nach die Zellen des Sehnervs ab”, sagt der Aachener Augenarzt Bernd Bertram, Vorsitzender des Berufsverbands der Augenärzte. Die Ursachen dafür seien vielfältig, oft spiele ein zu hoher Augeninnendruck eine entscheidende Rolle. „Aber in der Regel hat der Patient keine Schmerzen und kann die vom Glaukom verursachten Ausfälle im Gesichtsfeld erst erkennen, wenn schon ein großer Teil des Sehnervs unwiederbringlich zerstört ist”, sagt Bertram.

Umso entscheidender sei die Früherkennungsuntersuchung beim Augenarzt, denn das sei die einzige Möglichkeit, die Krankheit schon in einem frühen Stadium aufzuspüren, erfolgreich zu behandeln und unnötiges Erblinden zu verhindern.

Allerdings übernehmen die gesetzliche Krankenversicherungen die Kosten für die Früherkennung bisher nicht. Augenärzte dürfen diese Leistung nur als Individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) anbieten. Die Untersuchung kostet in der Regel zwischen 20 und 40 Euro. „Wir empfehlen ein sogenanntes Glaukom-Screening Menschen, deren direkte Verwandte am Glaukom leiden”, sagt Bertram. Außerdem sei es für stark Kurzsichtige sinnvoll. 40- bis 64-Jährige sollten alle drei Jahre und ältere Menschen danach alle zwei Jahre zur Früherkennung gehen, rät der Augenarzt.

Bei der Früherkennung werde der Sehnervenkopf, also die Stelle, an der der Sehnerv das Auge verlässt, nach Auffälligkeiten untersucht. Außerdem messe der Arzt den Augeninnendruck und überprüfe im Verdachtsfall, ob bereits blinde Flecken im Gesichtsfeld entstanden sind.

„In den meisten Fällen genügt die Behandlung mit Augentropfen, die den Augeninnendruck senken und so den Sehnerv entlasten”, erklärt Bertram. Wenn diese Therapie nicht ausreiche, um das Fortschreiten des Glaukoms zu stoppen, könne man es mit Laser behandeln oder operieren.
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