Grippe hat Deutschland fest im Griff

Von: dpa
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Lästiger Nebeneffekt der kalten Tage: Husten, Schnupfen und Gliederschmerzen. Foto: ddp

Berlin. Die Grippe hat Deutschland fest im Griff: „Derzeit gibt es fast flächendeckend eine sehr hohe Virusaktivität”, sagte die Sprecherin des Robert Koch-Instituts (RKI), Susanne Glasmacher, am Freitag in Berlin.

Der Arbeitsgemeinschaft Influenza zufolge sei die Zahl der gemeldeten Grippefälle seit Jahresbeginn bundesweit stark gestiegen. Und die Dunkelziffer liege sicherlich noch höher: Da nicht jeder Grippefall gemeldet werde, müsse mit einer noch deutlich höheren Verbreitung des Virus gerechnet werden.

Besonders dramatisch ist die Lage laut RKI jedoch nicht. „Es gibt zwar schon jetzt mehr gemeldete Erkrankte als im Vorjahr”, sagte Glasmacher. „Allerdings hatten wir im Winter 2007/08 auch eine extrem schwache Grippewelle.”

Verglichen mit der Saison 2006/07 zeige sich, dass damals viel mehr Erkrankte registriert wurden: Während in der vierten Kalenderwoche dieses Jahre rund 2000 Grippefälle gemeldet wurden, waren es Anfang 2007 bis zu 3500.

Der Ablauf der jährlichen Grippewelle ist auf den wöchentlich aktualisierten Karten der Arbeitsgemeinschaft Influenza am RKI zu beobachten: Das Virus wurde zuerst im Nordwesten des Landes registriert und breitete sich dann in den Osten und die Mitte bis nach Süddeutschland aus. Auf der aktuellen Grippe-Karte ist nun fast jedes Bundesland dunkelrot gefärbt - das steht für eine stark erhöhte Grippeaktivität.

Auch über Deutschlands Nachbarländer rollt die Grippewelle. Österreich, Dänemark, Luxemburg und die Schweiz melden eine hohe Grippe-Intensität, weitere 15 europäische Länder eine mittlere. In Portugal und Großbritannien scheine dagegen der Höhepunkt der diesjährigen Influenzawelle bereits überschritten zu sein, berichtete das RKI.

Symptome einer echten Virusgrippe sind plötzliches hohes Fieber, Abgeschlagenheit und starke Glieder-, Muskel- und Kopfschmerzen. Eine Grippeimpfung ist nach RKI-Angaben auch jetzt noch sinnvoll und wird vor allem älteren und geschwächten Menschen empfohlen. Haupterreger der diesjährigen Welle ist das Influenza-A-Virus H3N2.

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